Übergewicht: Zahl der Magen-OPs fast verdoppelt

Magenverkleinerung und Magen-Bypass sehen immer mehr Übergewichtige als letzten Ausweg. Innerhalb von 8 Jahren hat sich laut DAK die Zahl der Magen-OPs verdoppelt.

Mann mit Übergewicht

Die Zahl der Krankenhausbehandlungen wegen starken Übergewichts (Adipositas bzw. Fettsucht) hat sich innerhalb von 8 Jahren mehr als verdoppelt. Nach Angaben der Krankenkasse DAK stieg sie um 154 Prozent von 7.200 (2005) auf 18.300 (2013). Die Ausgaben stiegen noch stärker. Sie verdoppelten sich innerhalb von nur 4 Jahren (2009 und 2013) auf 6,8 Millionen Euro.

Etwa 2 Drittel der stationär aufgenommenen Übergewichtigen sehen in der Magen-OP den letzten Ausweg, das Übergewicht erfolgreich abzubauen. Sie lassen sich beispielsweise den Magen verkleinern oder einen Magen-Bypass legen. Eine der häufig angewendeten Methoden ist das Magenband. Bei diesem Eingriff wird mit einem Band um den oberen Magenabschnitt ein kleiner „Vormagen“ gebildet. Damit können nur noch kleine Portionen aufgenommen werden. Andere Methoden sind der Magenballon, die Schlauchmagen-OP oder der Einsatz eines Magenschrittmachers.

Das letzte Drittel der Einweisungen bezieht sich nicht auf Eingriffe am Magen, sondern auf Folgeerkrankungen der Adipositas. Das sind beispielsweise Stoffwechselerkrankungen und das Schlaf-Apnoe-Syndrom.

Bei Menschen im Alter zwischen 45 und 64 hat sich die Quote der Eingriffe fast verdreifacht: von 12 auf 33 stationäre Behandlungen je 100.000 Einwohner. Bei den Jüngeren ist die absolute Zahl der Eingriffe nicht so hoch, die Quote hat sich aber auch nahezu verdreifacht (von 9 auf 26 Magen-OPs pro 100.000 Einwohner)

Frauen lassen sich deutlich häufiger wegen Adipositas stationär behandeln. 2 Drittel der 18.300 Einweisungen wegen Fettsucht entfielen 2013 auf Frauen (etwa 12.300).

Adipositas-Chirurgie in Deutschland wenig verbreitet

Trotz der steigenden Fallzahlen ist die Adipositas-Chirurgie in Deutschland vergleichsweise wenig verbreitet. Die Expertengruppe Metabolische Medizin des Bundesverbandes für Medizintechnologie errechnet für Deutschland 12 Eingriffe auf 100.000 Einwohner. In Österreich sind es laut BVMeD knapp 44 – in den USA beachtliche 113 und in Belgien sogar 134 Eingriffe pro 100.000 Einwohner.

Multimodale Adipositas-Therapie ist der Königsweg

Magen-OPs sind keineswegs die Standardtherapie in der Behandlung von Übergewicht. Bariatrische Operationen sind vielmehr für Menschen mit einem BMI größer als 40 oft ein Einstieg in eine erfolgreiche Adipositastherapie. In den Adipositas-Zentren wirken nicht nur Chirurgen. Vielmehr erfahren Übergewichtige ein multimodales Therapiekonzept, in dem auch Ernährungsberater, Psychologen, Bewegungstherapeuten und Sozialarbeiter eine wesentliche Rolle spielen.

Ein zentraler Bestandteil der multimodalen Adipositastherapie ist die Vorbereitung auf das Leben mit einem operierten Magen. Denn einerseits kann die Magen-OP alleine das Abnehmen auf Dauer nicht sicherstellen. Andererseits ist eine Magen-OP kein harmloser Eingriff. Kontrolluntersuchungen und Verhaltensumstellungen sind nach einem bariatrischen Eingriff unumgänglich.

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