Tödlicher Medikamententest in Frankreich

Ein Mann ist bei einem Medikamententest in Frankreich gestorben. 5 Teilnehmer der Studie leiden unter sehr schweren Nebenwirkungen.

Injektionslösung

Bei einem Medikamententest in Frankreich ist ein Mann ums Leben gekommen. Fünf Teilnehmer der Studie leiden unter schweren Nebenwirkungen. Ob Sie überleben werden, steht noch nicht fest. Eine private französische Klinik in Rennes hatte allem Anschein nach ein neues Medikament eines portugiesischen Herstellers getestet. Medikamente werden nach ausführlichen Voruntersuchungen im Labor und an Tieren auch am Menschen getestet.

Bislang sind viele Einzelheiten zum tragischen Verlauf einer Medikamentenstudie in Frankreich noch unklar. Was man bisher weiß: Einer der Studienteilnehmer gilt seit vergangenem Freitag als hirntot. Mindestens 3 Teilnehmer müssen nach Angaben der behandelnden Ärzte mit bleibenden neurologischen Schäden rechnen. Bei ihnen kam es zu Hirnblutungen und Hirngewebe wurde zerstört. Bei 2 Teilnehmern sind die Nebenwirkungen offenbar weniger stark ausgeprägt. Insgesamt hatten 90 gesunde Männer den Testwirkstoff erhalten.

Der Medikamententest in dem privaten Speziallabor Biotrial galt einem neuen Wirkstoff des portugiesischen Herstellers Bial. Wie französische Medien berichten, handelt es sich bei dem Medikament um einen sogenannten FAAH-Inhibitor. Er soll Schmerzen lindern, zudem Stimmungsschwankungen beeinflussen und Ängste lösen können. Des Weiteren sollte der Wirkstoff gegen Bewegungsstörungen helfen wie sie beispielsweise bei der Parkinson-Krankheit auftreten. Nach den Angaben der behandelnden Ärzte beziehen sich die schweren Nebenwirkungen des Medikamentes denn auch auf neurologische Erscheinungen. Bei dem ersten Patienten habe man zunächst an einen Schlaganfall geglaubt, auch die anderen Patienten zeigten schwere neurologische Ausfälle. Zu den schweren Nebenwirkungen war es offenbar gekommen, nachdem die Dosis des Wirkstoffes erhöht worden war. Zuvor hatten alle Teilnehmer nach Angaben der Zeitung Le Monde den Wirkstoff gut vertragen.

Bei dem Medikamententest handelt es sich um eine sogenannte Phase-1-Studie. Dabei wird ein neues Medikament an gesunden Versuchspersonen auf seine Verträglichkeit geprüft. Vor dieser ersten Untersuchung am Menschen liegen ausführliche Studien im Labor – an Zellen oder auch Versuchstieren. Nach den Ergebnissen dieser Tests können Hersteller bei einer Ethikkommission Tests am Menschen beantragen. Zwischenfälle wie der in Frankreich sind nach übereinstimmender Einschätzung vieler Experten und Beobachter eine sehr seltene Ausnahme – und in diesem Ausmaß bislang unbekannt.

Autor: Charly Kahle

Stand: 18.01.2016

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