Tierstaub: Neu entdecktes Enzym A 20 schützt vor Allergien

Kinder von Bauernhöfen bekommen seltener Asthma und Allergien. Eine wichtige Rolle dabei spielt offenbar das neu entdeckte Enzym A 20.

Rinder

Ein neu entdecktes Enzym in der Schleimhaut der Atemwege scheint eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Allergien zu spielen. Das Enzym wird als A 20 bezeichnet und steht nach Angaben einer internationalen Forschergruppe offenbar am Anfang der Entwicklung von allergischen Reaktionen. Danach ist für die Entstehung von Allergien oder Asthma entscheidend, ob das Enzym A 20 aktiviert wird oder nicht. Und bei der Aktivierung wiederum scheinen Bestandteile von Bakterien eine Rolle zu spielen, die im Staub aus Bauernhöfen mit Tierhaltung reichlich vorhanden sind.

Wir haben es ja schon immer gewusst: Das Leben auf dem Land ist gesünder als das Leben in der Stadt. Zumindest in Bezug auf Allergien und Asthma bei Kindern ist dieses Vorurteil schon seit langer Zeit durch deutliche Zahlen belegt. Stadtkinder haben wesentlich häufiger Allergien oder Asthma, das wiederum durch allergische Reaktion befördert wird. Und Kinder vom Land, insbesondere wenn sie von Bauernhöfen mit Tierhaltung kommen, zeigen deutlich seltener allergische Fehlreaktionen des Immunsystems.

Bislang konnten Forscher den signifikanten Zusammenhang zwischen dem Lebensort und der Erkrankungshäufigkeit nicht erklären. Das Zusammenwirken des neu entdeckten Enzyms A 20 und sogenannten Endotoxinen im Staub aus Tierställen könnte das ändern. Endotoxine sind Bestandteile von Bakterien, die im Stallstaub besonders häufig vorkommen und in der Stadtluft nahezu nicht.

Allergische Reaktionen im Tierversuch und auf menschlichen Zellkulturen gestoppt

Tierversuche an Mäusen jedenfalls ergaben, dass der Kontakt mit diesen Endotoxinen dazu führt, dass das neue entdeckte Enzym A 20 aktiviert wird. Und genau diese Aktivierung sorgt offenbar dafür, dass die Entstehung von Allergien und Asthma erst gar nicht ins Rollen kommt. Im Wissenschaftsmagazin SCIENCE berichten beteiligte Forscher von Experimenten mit menschlichen Zellkulturen. Diese Versuche hätten belegt, dass die „gesamte Entzündungskaskade, die zu allergischem Asthma führt, nicht mehr abrollen kann, wenn A 20 aktiviert ist.“

Was die Forscher nicht wissen: Wie aktivieren die Endotoxine das Enzym? Für die Antwort auf diese Frage hat die aktuelle Studie noch keine Hinweise ergeben.

Dass A 20 eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Allergien spielt, stützen die Forscher auch auf die Untersuchung von Asthma-Kranken. So habe man nachweisen können, dass das Enzym A 20 bei Asthmatikern in sehr viel geringerem Maße in der Schleimhaut vorkommt als bei Nicht-Allergikern.

Autor: Charly Kahle

Stand: 08.12.2015

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