Südkorea: Zahl der Mers-Infektionen steigt

Die Zahl der Mers-Toten ist nach Angaben der südkoreanischen Regierung bis zum 15. Juni 2015 auf mindestens 16 Opfer angestiegen. Inzwischen seien mindestens 150 Menschen mit dem Virus infiziert.

Lungenschmerzen

Die Regierung von Südkorea gehe davon aus, dass der Höhepunkt der Infektionswelle nun erreicht sein könnte. Mit umfassenden Quarantäne-Maßnahmen bekämpft Südkorea den aktuellen Ausbruch der schweren Atemwegsinfektion Mers. Nach Angaben der Behörden sind bislang 6 Menschen an den Folgen der gefährlichen Atemwegsinfektion gestorben. Mindestens 64 Menschen hätten sich nachweislich angesteckt. Mehr als 2000 Menschen sind weiterhin in Quarantäne.

Vorsorglich haben die Behörden mehr als 1300 Schulen und Kindergärten geschlossen. Der Ausbruch sei bislang vor allem auf den Großraum der Hauptstadt Seoul beschränkt. Mers steht für „Middle East Respiratory Syndrome“, also Atemwegs-Syndrom des Mittleren Ostens. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine ernsthafte Infektion, die vor allem zu Lungenentzündungen und Nierenversagen führen kann. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation verläuft mehr als ein Drittel der Mers-Infektionen tödlich. Das Mers-Virus zählt wie viele Erkältungsviren und das Sars-Virus zu den sogenannten Coronaviren.

Mers-Virus stammt von Kamelen aus Saudi-Arabien

Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass das Mers-Virus aus dem Nahen Osten nach Südkorea verschleppt wurde. Nach Angaben des südkoreanischen Gesundheitsministeriums gleicht das Virus von mindestens einem südkoreanischen Erkrankten zu 99,95 % dem Virus, das bei Infizierten in Saudi-Arabien nachgewiesen worden. Der betroffene Mann sei vor der Ansteckung in dem Land gewesen.

In Saudi-Arabien war Mers bereits 2012 das erste Mal aufgetreten. Das Virus wird nach gegenwärtigem Kenntnisstand schon seit einigen Jahren von Kamelen auf den Menschen übertragen. Dieser Umstand war aber länger unbemerkt geblieben. In den vergangenen 3 Jahren allerdings sind in Saudi-Arabien mehr als 400 Menschen an den Folgen einer Mers-Infektion verstorben.

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