Jahrbuch Sucht: Suchterkrankungen auf bedenklich hohem Niveau

Alkohol, Tabak, Spielsucht: Die Hauptstelle für Suchtgefahren konstatiert im Jahrbuch Sucht: Suchterkrankungen sind auf bedenklich hohem Niveau.

Shots

Die Deutschen trinken weiter sehr gerne Alkohol. Der Verbrauch hat sich nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchgefahren im Vergleich zum Vorjahr kaum nachgelassen. Gut 137 Liter alkoholische Getränke sind es laut Jahrbuch Sucht 2015. Das entspricht beispielsweise gut 400 Flaschen Bier oder 200 Flaschen Wein.

Mit 1000 Zigaretten pro Bundesbürger sei der Tabakkonsum auf „bedenklich hohem Niveau“. Die Raucherquote bei Kindern und Jugendlichen gehe aber weiterhin wie seit Jahren langsam zurück. Neue Gefahr droht nach Ansicht der DHS-Experten allerdings durch E-Zigaretten und Shishas. Die Hersteller würden Kinder und Jugendliche mit süßen Geschmacksrichtungen an das Rauchen heranführen. Damit gewöhne sich eine neue Zielgruppe an das Ritual des Rauchens.

HNO-Ärzte: E-Zigaretten schaden Kindern

Die deutschen HNO-Ärzte warnen, dass E-Zigaretten die Schleimhäute in Mund und Rachen schädigen. Dies gelte vor allem für Kinder und Jugendliche. Professor Martin Canis von der Universität Göttingen verweist auf Experimente, in denen für jedes getestete Liquid eine Verminderung der Zellaktivität und eine Zunahme von Schädigungen des Erbgutes nachgewiesen worden sei. Liquids heißen die Flüssigkeiten, die in E-Zigaretten verdampft werden.

Canis fordert eine Reform des Jugendschutzrechtes. Gegenwärtig könnten selbst 7 Jahre alte Kinder E-Zigaretten kaufen. Die Reform müsse sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche geschützt werden.

Ferner bezweifelt Canis, dass E-Zigaretten als Rauchentwöhnungsmittel taugen. Aktuelle Studien ließen eher den Schluss zu, dass Nikotinersatzmittel wie Pflaster besser wirken – und weniger Risiken bergen.

Sperren für Spieler mit Glücksspielsucht unzureichend

Die DHS bemängelt, dass die Spielersperren für Glücksspielsüchtige nicht ausreichen. Nur in Hessen könnten sich Spielsüchtige landesweit für den Besuch von Spielhallen sperren lassen. In den anderen Bundesländern gebe es keine hinreichenden Regelungen. Nach Angaben der DHS haben in Hessen während der ersten 8 Monate 7.600 Spielsüchtige die Möglichkeit genutzt, sich sperren lassen. Der Umsatz in den Spielhallen sei daraufhin um 26 Prozent eingebrochen. Der Spieleinsatz von Süchtigen trage mit mehr als der Hälfte zu den Milliardengewinnen der Glücksspielbetreiber bei.

Die DHS fordert zum Schutz Spielsüchtiger ein bundesweit einheitliches wirksames System für Spielersperren und eine wirkungsvolle Überwachung dieser Regeln.

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