Shishas und E-Rauchen: Neue Studien und Verbotspläne

Wasserpfeife, E-Shishas und E-Zigaretten gelten vielen Jugendlichen als gesundheitlich unbedenkliche Variante des Rauchens. Doch die Dampf-Alternativen bergen erhebliche Risiken.

E-Zigarette Mann

Wasserpfeife, E-Shishas und E-Zigaretten werden vor allem bei Jugendlichen immer beliebter. Sie gelten als gesundheitlich unbedenkliche Alternative zum Rauchen. Viele Experten sehen das anders. Sie warnen vor den Folgen des Dampfrauchens.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat bereits ein Verkaufsverbot für E-Shishas und E-Zigaretten an Minderjährige angekündigt. Dieses Verbot soll für E-Produkte mit und ohne Nikotin gelten. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung begrüßt das geplante Verbot. Die E-Produkte seien ein geschicktes Marketing-Produkt der Tabakindustrie, um Jugendliche an das Rauchen heranzuführen.  Die Zahl der 16- bis 19-Jährigen, die eine E-Zigarette ausprobiert haben, hat sich binnen eines Jahres mehr als verdreifacht (von 8 auf 27 Prozent). Ein Jahr zuvor waren es nur 8 Prozent.

Neue Studie zu Wasserpfeifen

Neben den elektronischen betriebenen Zigaretten und Wasserpfeifen finden traditionelle Wasserpfeifen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen schon seit Jahren immer mehr Anhänger. Das Robert-Koch-Institut hat jetzt in einer Folgebefragung zur Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KIGGS) den Wasserpfeifenkonsum von Jugendlichen aktuell erfasst. Für die repräsentative Studie befragten die Forscher mehr als 4.500 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren.

Gut 29 Prozent der Jugendlichen gaben demnach an, schon mindestens einmal eine Wasserpfeife geraucht zu haben. Knapp jeder 5. der Befragten hat innerhalb der vergangenen 12 Monate eine Shisha konsumiert. Und jeder 10. hat während der 30 Tage vor der Befragung zur Shisha gegriffen. In dieser Gruppe finden sich auch die Jugendlichen, die 2 oder 3 Mal im Monat Wasserpfeife rauchen. Die Mehrfachnutzer machen die Hälfte dieser Gruppe aus.

Die aktuellen Zahlen des RKI sind nahezu deckungsgleich mit denen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Das gilt auch für den Befund, dass mehr Jungen als Mädchen Shisha rauchen.

In zahlreichen Cafés und Shisha-Bars werden die Wasserpfeifen ohne gesundheitliche Bedenken konsumiert. Dabei gibt es nach Angaben des Robert-Koch-Institutes und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung längst deutliche Hinweise, dass auch Wasserpfeifen die Gesundheit beeinträchtigen. Das gilt für Erkrankungen der Atemwege (bis hin zu einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs) und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch die Zähne und die Mundschleimhäute werden durch den Wasserdampf aus der Shisha in Mitleidenschaft gezogen.

Am deutlichsten aber wird das Gesundheitsrisiko, wenn mit der Wasserpfeife Nikotin inhaliert wird. Das Suchtpotenzial ist bei diesen Produkten ähnlich hoch wie beim Zigarettenrauchen. Die Abhängigkeitsentwicklung wird dabei nach Ansicht vieler Experten durch das vermeintlich harmlose Image des Wasserpfeifenkonsums begünstigt. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bezeichnet sich ein Drittel der gelegentlichen Wasserpfeifenraucher als Nichtraucher. Bei den regelmäßigen Shisha-Rauchern sieht sich ein Achtel als Nichtraucher.

Kein Nutzen von E-Zigaretten beim Rauchen aufhören

Neun medizinische Fachgesellschaften sind überzeugt: E-Zigaretten haben keinen Nutzen für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören möchten. Die Fachgesellschaften stören sich unter anderem daran, dass E-Zigaretten dazu beitragen könnten, dass Rauchen wieder stärker gesellschaftlich akzeptiert wird. Für Jugendliche seien E-Zigaretten besonders verlockend, weil Geschmacksrichtungen (Frucht, Cola) sowie die Werbung E-Zigaretten als harmlos erscheinen lassen könnten.

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