Shampoos gegen Haarausfall nicht wirksam

Nach Angaben der Stiftung Warentest können aber die Finasterid und Minoxidil Haarausfall zumindest verlangsamen.

Frau schampuniert sich die Haare

Trotz gegenteiliger Werbeversprechen ist die Wirkung von Shampoos gegen Haarausfall nach Überzeugung der Stiftung Warentest wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Für Männer gäben aber zwei Medikamente Hoffnung: Die Wirkstoffe Finasterid und Minoxidil könnten den Haarausfall verlangsamen.

Bei Finasterid handelt es sich um ein rezeptpflichtiges Medikament, das auch zur Therapie von gutartiger Prostatavergrößerung eingesetzt wird. Nach Angaben von Stiftung Warentest ist es nicht geeignet, um an kahlen Stellen wieder Haare wachsen zu lassen. Denn Finasterid hemmt lediglich das Verkümmern der Haarfollikel – und verlangsamt so erblich bedingten Haarverlust. Nachteil des Medikaments: Die Tabletten müssen täglich eingenommen werden. Beim Absetzen setzt auch die Wirkung aus. Die monatlichen Kosten betragen ca. 50 Euro. Über die Wirkungsweise von Minoxidil gegen erblich bedingten Haarausfall spekuliert die Forschung. Der Wirkstoff wird in Tablettenform gegen Bluthochdruck angewendet. Gegen Haarausfall ist er als Lösung zum Auftragen erhältlich. Auch hier betragen die monatlichen Kosten ca. 50 Euro.

Minoxidil ist für Männer wie Frauen geeignet. Ausnahme: Schwangere und Stillende sollten den Wirkstoff nicht anwenden, da die Unbedenklichkeit für das Kind nicht nachgewiesen ist. Auch sind die Risiken einer Dauerbehandlung, und das gilt auch für Männer, nach Angaben der Stiftung Warentest bislang nicht ausreichend untersucht.

Zusätze in Spezialshampoos ohne Wirkung

Gänzlich wirkungslos sind laut test.de Shampoos gegen Haarausfall. Es gebe zwar Studien, in denen Kopfhautproben in einer Lösung aus Koffein und Testosteron nach einigen Tagen wieder Haare bildeten. Es sei bislang aber völlig unklar, ob dieser Labor-Effekt auf den lebenden Menschen übertragbar ist. Auch Zusätze wie Keratin oder Ginseng könnten gegen erblich bedingten Haarausfall nichts ausrichten.

In jedem Fall den Hautarzt befragen

Grundsätzlich sollte jede Therapie von Haarausfall mit einem Facharzt für Hauterkrankungen, einem Dermatologen, abgestimmt werden. Das ist schon wegen möglicher Nebenwirkungen der Medikamente sinnvoll. Vor allem aber geht es um eine Diagnose der Ursache. Haarausfall kann viele Gründe haben. Das sind beispielsweise:

  • Einnahme starker Medikamente zur Krebstherapie (Chemotherapie) oder Bestrahlung
  • natürliche oder medikamentenbedingte hormonelle Veränderungen
  • Lebererkrankungen
  • Schilddrüsen- oder Nebennierenerkrankungen
  • Diabetes
  • Erkrankungen der Kopfhaut
  • Mangelerkrankungen wie Vitaminmangel oder Mineralstoffmangel.

Ferner kann erst die ärztliche Untersuchung klären, ob eine Behandlung gegen Haarausfall überhaupt sinnvoll ist. Kreisrunder Haarausfall beispielsweise geht wahrscheinlich auf eine Fehlreaktion des Immunsystems zurück. Hier bleiben auch Finasterid und Minoxidil ohne Wirkung.

Autor: Charly Kahle

Stand: 15.08.2016

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