Sexuelle Aufklärung: Lehrer sind wichtiger als die Eltern

Nur knapp die Hälfte der deutschen Jungen spricht mit den Eltern über Sexualität und Aufklärung. Bei den Mädchen sind es fast zwei Drittel. Immer mehr Jugendliche verhüten beim ersten Mal.

Banane

Vor dem ersten Mal verhüten immer mehr Jugendliche. Und das erste Mal erleben Mädchen wie Jungen am liebsten mit einem festen Freund bzw. einer festen Freundin. Gut die Hälfte der Jugendlichen hat bis zum 17. Lebensjahr den ersten Geschlechtsverkehr gehabt. So einige Erkenntnisse aus der Studie „Jugendsexualität 2015“, die jetzt von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vorgestellt wurde. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass Jugendliche immer früher sexuell aktiv würden, sagte Heidrun Thaiss, die Leiterin der Bundeszentrale, bei der Vorstellung der Studienergebnisse. Auffällig seien Unterschiede in verschiedenen kulturellen Umfeldern.

Nur die Hälfte der deutschen Jungen spricht mit den Eltern über Aufklärung

Die Bedeutung der Eltern für die Aufklärungsarbeit ist für Mädchen und Jungen verschieden groß – und hängt darüber hinaus von der Herkunft der Jugendlichen ab. 63 Prozent der Mädchen mit deutscher Herkunft ziehen ihre Eltern in Sachen Sex ins Vertrauen. Bei den deutschen Jungen ist es hingegen nur die Hälfte (51 Prozent). Noch weniger Unterstützung in Aufklärungsfragen erhalten allem Anschein nach weibliche und männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund. Laut Studienergebnis sprechen hier 41 Prozent der Mädchen und 36 Prozent der Jungen mit den Eltern über Aufklärung. 93 Prozent aller Jugendlichen hingegen haben in der Schule Aufklärungsunterricht erhalten. Und Jungen bezeichnen Lehrerinnen und Lehrer nach Angaben der Bundeszentrale als ihre wichtigsten Ansprechpartner bei Fragen zur sexuellen Aufklärung.

Immer mehr Jugendliche verhüten

Die Aufklärungsarbeit von Schulen und Eltern kommt bei den Jugendlichen offenbar an. Mehr als 90 Prozent der sexuell aktiven Mädchen und Jungen sprechen über Verhütung. Die Zahlen für ungeschützten Geschlechtsverkehr sind in den vergangenen 35 Jahren deutlich zurück gegangen. Von 29 Prozent (1980) auf 6 Prozent (2015) bei den deutschen Jungen, bei den deutschen Mädchen haben noch 8 Prozent ungeschützten Verkehr (1980: 20 Prozent). Mädchen mit Migrationshintergrund legen allem Anschein nach noch mehr Wert auf Verhütung. Hier sind nur 2 Prozent ohne Schutz sexuell aktiv.

Grundsätzlich scheinen Mädchen und junge Frauen etwas früher als Jungen und junge Männer aktiv zu werden. Im Durchschnitt blicken 90 Prozent der deutschen Mädchen und jungen Frauen mit 19 Jahren auf das erste Mal zurück. Bei Frauen mit Migrationsanteil sind es 70 Prozent im 21. Lebensjahr. Die Jungen erreichen die entsprechenden Vergleichswerte nach Angaben der Bundeszentrale zwei beziehungsweise drei Jahre später.

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