Rückenschmerzpatienten unzufrieden mit Krankenhausbehandlung

Immer mehr Menschen werden wegen Rückenschmerzen in Krankenhäusern untersucht oder behandelt. Der Krankenhausreport der Barmer GEK misst dabei für Rückenschmerzen sehr schlechte Ergebnisse für Behandlung im Krankenhaus.

Mann mit Ischiasschmerzen

Mehr Operationen und nur selten schmerzfreie Patienten. Die Zufriedenheitsquote der Patienten bei Krankenhausbehandlungen ist gering. © Kzenon- Fotolia.com Gut 415.000 Menschen haben im vergangenen Jahr wegen Rückenschmerzen ein Krankenhaus aufgesucht. Das ist gut ein Drittel mehr als noch vor 8 Jahren (282.000). Ein Drittel der Menschen mit Rückenschmerzen wird im Krankenhaus nicht behandelt, sondern lediglich mit bildgebenden Verfahren diagnostiziert. Und die Rückenschmerzpatienten, die behandelt oder operiert werden, sind allem Anschein nach mit dem Ergebnis überdurchschnittlich unzufrieden. So lassen sich Kernaussagen des Krankehausreports 2015 der Barmer GEK zusammenfassen. Deutschlands zweitgrößte gesetzliche Krankenversicherung sieht eine „deutliche Fehlversorgung bei Kreuzschmerz-Patienten“. Wer im Krankenhaus nicht behandelt werde, gehöre dort auch nicht hin. Die Krankenkasse fordert, die Vorbeugung von Rückenschmerzen deutlich zu verbessern, damit die Menschen nicht mit chronischen Schmerzen im Krankenhaus landen. Dazu braucht es nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden der Barmer GEK, Christoph Schraub, eine professionelle und fachübergreifende Versorgung durch niedergelassene Ärzte. Patienten überdurchschnittlich oft unzufrieden Die Krankenhauspatienten sind laut Barmer GEK mit dem Ergebnis der Behandlung in den Krankenhäusern auffällig häufig unzufrieden. Bei einer Umfrage unter gut 1.000 Patienten zeigte sich, dass nur die Hälfte der Operierten mit dem Ergebnis des Eingriffs uneingeschränkt zufrieden war. Bei den Patienten, die eine Spritzen-Schmerztherapie bekamen, war sogar nur jeder Vierte vom Behandlungserfolg überzeugt. Nach Angaben der Krankenkasse sind das „die niedrigsten Zufriedenheitswerte, die wir bei Patientenbefragungen im Rahmen des Barmer GEK Reports Krankenhaus jemals gemessen haben.“ Zahl der Bandscheiben-Operationen steigt weiter Deutlich zugenommen hat dem Report zufolge zwischen 2006 und 2014 auch die Zahl der Bandscheiben-Operationen – und zwar um 12,2 Prozent. Laut Barmer GEK bleiben diese Operationen immer öfter ohne Erfolg. Die Patienten mit Bandscheiben-OP würden ein bis zwei Jahre nach dem Eingriff zunehmend öfter (Steigerungsrate 150 Prozent) einer Versteifungsoperation unterzogen. Vor einem Eingriff immer 2. Meinung einholen In Deutschland werden pro Jahr mehr als 160.000 Bandscheiben operiert. Einige Experten gehen davon aus, dass bis zu 90 Prozent der Bandscheibenoperationen nicht nötig sind. In sehr vielen Fällen könne eine konservative Behandlung bessere Ergebnisse erzielen als die Operation. Die Barmer GEK rät allen Patienten, sich vor einer Bandscheiben-OP eine Zweitmeinung einzuholen. Wie andere Krankenkassen oder die Unabhängige Patientenberatung Deutschland bietet die Krankenkasse einen solchen Zweitmeinungsservice selbst an. Redaktion: Charly Kahle (Juli 2015) Quellen: Pressemeldung der Barmer-GEK: Deutliche Fehlversorgung bei Kreuzschmerz-Patienten

Autor: Charly Kahle

Stand: 18.01.2016

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