UNO: Ritalin-Konsum stark gestiegen

Der Gebrauch von Methylphenidat, besser bekannt unter dem Handelsnamen Ritalin, ist weltweit innerhalb eines Jahres um zwei Drittel gestiegen. In Deutschland stagniert die Quote laut den bislang verfügbaren Zahlen über den Ritalin-Konsum auf hohem Niveau.

Junge mit ADHS

Der Gebrauch von Methylphenidat, besser bekannt unter dem Handelsnamen Ritalin, ist innerhalb eines Jahres um zwei Drittel gestiegen. Das teilte der Suchtkontrollrat der Vereinten Nationen (INCB) mit. Methylphenidat ist ein Wirkstoff, der für die Behandlung von Aufmerksamkeits-Defizits- und Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) vorgesehen ist.

Anstieg nicht alleine durch Zahl der Diagnosen zu erklären

Der weltweit steigende Verbrauch an Methylphenidat lasse sich nicht alleine durch eine steigende Anzahl von ADHS-Diagnosen erklären, so der Suchtkontrollrat INCB. Der Anstieg sei möglicherweise auch durch nicht hinreichende Verschreibungsrichtlinien zu erklären. Außerdem missbrauchten immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene das Medikament.

Starkes Wachstum in Deutschland über viele Jahre

In Deutschland war in der Vergangenheit ein rasanter Anstieg der Verschreibungen von Ritalin zu beobachten. Zwischen 2000 und 2010 verfünffachte sich die Zahl der verordneten Tagesdosen laut der Gesundheitsberichterstattung des Bundes von 11 auf mehr als 55 Millionen Tagesdosen.

Lediglich zwischen 2012 und 2013 hat sich der deutsche Ritalin-Verbrauch nach Angaben des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte erstmals seit 20 Jahren nicht erhöht. Von einem Abwärtstrend bei den Verordnungen möchte das BfArM aber noch nicht sprechen. Nach den Zahlen des Bundesinstitutes hat sich der Verbrauch von Ritalin zwischen 2000 und 2010 um den Faktor 4,5 gesteigert.

Medikamentöse Behandlung von ADS und ADHS

Methylphenidat gehört zu den sogenannten Psychostimulanzien und wird nach betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften verordnet. Nach der Einnahme sind die Kinder für etwa vier Stunden ruhiger und weniger impulsiv. Doch es gibt auch vielfältige Nebenwirkungen. Wachstumsverzögerungen, Magen-Darm-Beschwerden, Depressionen und Schlaflosigkeit sind nur einige davon. Die Entscheidung für oder gegen Methylphenidat sollte nach eingehender Beratung eine gemeinsame Entscheidung von Eltern, betroffenem Kind (je nach Alter) und dem Kinder- und Jugendpsychiater sein.

Mehr neue psychoaktive Substanzen

Nach den Angaben des INCR ist auch die Zahl der neuen psychoaktiven Substanzen deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr hätten die Mitgliedsstaaten 388 neue Drogen gemeldet, 40 mehr als 2013. Bei den meisten dieser psychoaktiven Substanzen handele es sich um Wirkstoffe, die die Wirkung von Cannabis oder Amphetaminen nachahmten.

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