Protonenpumpenhemmer und Nierenschäden

Sogenannte Protonenpumpenhemmer zur Verringerung der Magensäureproduktion könnten das Risiko für Nierenschäden erhöhen.

Mann mit Bauchschmerzen

Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol und Pantoprazol sind beliebt als Mittel bei Magenbeschwerden wie Magengeschwüren oder Sodbrennen. Sie sind als Säureblocker bekannt – und seit einigen Jahren auch rezeptfrei erhältlich. Bei Dauergebrauch droht laut jüngsten Studien ein erhöhtes Risiko für Nierenschäden.

Eine erhöhte Anfälligkeit für Durchfallerkrankungen durch Clostridien-Bakterien, verstärkte Knochenbruchneigung durch Osteoporose und Magnesiummangel zählen zu den schon seit längerer Zeit vermuteten Nebenwirkungen der Einnahme von Protonenpumpenhemmern. Nun legen zwei Studien den Verdacht nahe, dass die sogenannten Magensäureblocker zur Verringerung der Magensäureproduktion bei langfristiger Einnahme auch Nierenschäden verursachen könnten.

Nach einem Magengeschwür beispielsweise werden Protonenpumpenhemmer häufig langfristig verordnet, um die Magenschleimhaut zu entlasten. Auch bei Magenschleimhautentzündungen sowie Sodbrennen werden Protonenpumpenhemmer häufig eingesetzt – manchmal zu lange, und immer öfter auf eigene Faust ohne Rezept. Das kann laut Studien gefährliche Folgen haben. Mediziner der US-amerikanischen Universität Baltimore kommen zu diesem Ergebnis, nachdem sie Daten von gut 260.000 Patienten aus zwei Studien ausgewertet haben. Demnach erhöhte die Einnahme von Protonenpumpenhemmern die Erkrankungsrate für chronische Nierenschädigungen deutlich. Teilnehmer, die das Medikament über einen längeren Zeitpunkt eingenommen hatten, zeigten eine Erkrankungsrate von 11,8 Prozent. Ohne Einnahme von Protonenpumpenhemmern fiel der Anteil der Nierenerkrankungen bei den Studienteilnehmern um mehr als 25 Prozent geringer aus: 8, 5 Prozent (minus 3,3 Prozent).

Die Forscher gehen selbst davon aus, dass noch weitere Studien nötig sind, um einen Zusammenhang zwischen der langfristigen Anwendung von Protonenpumpenhemmern und Nierenschäden zu belegen. Sie verweisen aber auch darauf, dass das mögliche Risiko all zu oft ohne guten Grund eingegangen werde. Die Forscher halten bis zu 70 Prozent der Verordnungen von Protonenpumpenhemmern für nicht ausreichend medizinisch begründet. Sie fordern daher, den Gebrauch an Protonenpumpenhemmern einzuschränken.

Autor: Charly Kahle

Stand: 25.01.2016

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