Amphetamine erhöhen Parkinson-Risiko

Aufputschende Amphetamine verbreiten sich nicht nur in der Partyszene, sondern auch in Schulen und an Arbeitsplätzen. Mit hohem Risiko - denn Amphetamine erhöhen das Parkinson-Risiko.

Amphetamine erhöhen Parkinson-Risiko

Rauschgift

Aufputschende Amphetamine haben die Partyszene längst verlassen. Mittlerweile sind Speed, Ecstasy und sogenannte Legal Highs auch in Schulen oder an Arbeitsplätzen weit verbreitet. Dabei gehen die Konsumenten hohe Gesundheitsrisiken ein.

Den Verdacht auf eine schon länger vermutete Langzeitfolge konnten amerikanische Forscher jetzt mit einer Studie erhärten: Amphetamine erhöhen das Parkinson-Risiko um das 3fache. Für Frauen dürfte das Risiko sogar noch etwas höher liegen.

Studie: Parkinson drei Mal so häufig bei Amphetaminkonsum

Die Wissenschaftler der Universität von Utah verglichen Daten von 5000 Amphetamin-Konsumenten mit 34.000 Datensätzen von drogenabstinenten Menschen. Dabei achteten die Wissenschaftler darauf, dass die Daten nach Lebensalter und Geschlecht vergleichbar waren. Das Ergebnis: 0,1 Prozent der abstinenten Untersuchten erkrankte während des Untersuchungszeitraumes an Parkinson. Bei den Amphetaminkonsumenten war die Erkrankungsrate mit 0,3 Prozent deutlicher höher.

In der Auswertung der Studie räumen die Autoren ein, dass die Fallzahl der Parkinson-Erkrankungen zu klein sei, um repräsentative Aussagen zu treffen. In weiteren Studien zu Einnahmedauer und Dosierungen solle der Effekt weiter untersucht werden.

Einfluss auf das Dopamin-System im Gehirn

Dass Amphetamine Parkinson begünstigen können, ist aus medizinischer Sicht durchaus plausibel. Amphetamine wirken im Gehirn. Dort beeinflussen sie wie andere Drogen unter anderem den Dopaminhaushalt. Forscher gehen davon aus, dass Drogen das Gehirn langfristig in Richtung eines Dopaminmangels stimulieren, indem sie die Dopaminschwelle nach oben verschieben. Dadurch entsteht im Gehirn ein Dopaminmangel. Morbus Parkinson wiederum geht mit einem Absterben der dopaminproduzierenden Hirnzellen einher. Auch dadurch stellt sich ein Dopaminmangel ein. Dieser äußert sich durch die typischen Parkinson-Symptome wie Tremor (Muskelzittern), Bewegungsverzögerungen und Muskelsteifheit.

Amphetamine haben Partyszene längst verlassen

Amphetamine werden in der breiten Öffentlichkeit häufig noch als sogenannte Partydrogen wahrgenommen. Das geht inzwischen an der Wirklichkeit vorbei. Eine Hamburger Studie beispielsweise lieferte 2014 deutliche Hinweise auf eine sehr viel breitere Konsumentenschar. Knapp die Hälfte der 400 Befragten gab an, Amphetamine bei der Erwerbsarbeit oder Hausarbeit zu nutzen. Ein Viertel der Konsumenten nimmt Amphetamine auch in der Schule oder am Ausbildungsplatz.

Die Zahl der Amphetamin-Konsumenten steigt nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren (DHS) seit Jahren. 0,1 Prozent der erwachsenen Deutschen gelten nach Angaben der DHS als abhängig, 0,7 Prozent als Amphetamin-Konsumenten.

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