Neuer Ansatz zur Bekämpfung von Helicobacter pylori

Helicobacter pylori ist der wichtigste Verursacher von Magenschleimhautentzündungen – und damit einer der größten Risikofaktoren für Magengeschwüre und Magenkrebs. Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) berichten nun von einem Erfolg im Kampf gegen das Bakterium.

Mann mit Bauchschmerzen

Bakterium schleust Teile der Hülle in die Magenschleimhaut ein

Wie die MHH in einer Pressemitteilung schreibt, hat eine Forschungsgruppe um Professorin Dr. Christine Josenhans vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene entdeckt, wie das Bakterium es schafft, sich in der Magenschleimhaut einzunisten. Demnach schleust Helicobacter pylori einen Teil seiner Zellhülle in die Zellen der Magenschleimhaut ein. Dort treffen die Bakterienzellen auf menschliche Eiweiße, die wiederum Entzündungssignale an den Zellkern weiterleiten.

Eiweiß für Entzündungsreaktion identifiziert

Die Forscher konnten nicht nur diesen Teil der Entstehung von chronischer Gastritis nachvollziehen. Laut MHH gelang es außerdem, eines der entzündungsvermittelnden Eiweiße zu identifizieren. Dieses sogenannte Adaptorprotein TIFA werde helfen, neue Therapieansätze gegen die chronische Magenschleimhautentzündung und den daraus möglicherweise entstehenden Magenkrebs zu finden, so Professorin Josenhans.

Magenschleimhautentzündung und Magenkrebs

Magenschleimhautentzündungen (Gastritis) sind häufig eine Vorstufe von Magengeschwüren, da die Magenschleimhaut durch eine Gastritis geschwächt wird. Bei 75 Prozent aller Magengeschwüre lässt sich im Magen das Bakterium Helicobacter pylori nachweisen. Man weiß zwar nicht genau, wie das Bakterium an der Entstehung von Magengeschwüren beteiligt ist, geht aber davon aus, dass es dabei eine zentrale Rolle spielt. Magengeschwüre wiederum sind einer der Hauptrisikofaktoren für Magenkrebs.

Autor: Charly Kahle

Stand: 14.08.2017

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