Auch Mückenstiche sind eine Frage der Gene

Unseren Erbanlagen entkommen wir nur sehr bedingt. Wie eine neue Studie belegt, gilt das auch für Plagegeister: Denn auch Mückenstiche sind eine Frage der Gene.

Mückenstich

Warum stechen Mücken den einen, den anderen aber eher nicht? Die Antwort: Es liegt am Körpergeruch. Aber was genau macht den Unterschied? An dieser Frage sind Forscher schon häufig gescheitert. Eine neue Studie aus London kommt zu dem Ergebnis: Es ist eine Frage der Gene. Die Forscher hatten ein- und zweieiige Zwillinge untersucht. Das Ergebnis: Zweieiige Zwillinge werden unterschiedlich häufig gestochen. Mithin lässt sich also den Erbanlagen ein Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit des Mückenstichs zuschreiben.

37 Zwillingspaare ließen sich freiwillig stechen

Für das Experiment untersuchten Wissenschaftler der London School of Hygiene and Tropical Medicine 18 eineiige und 19 zweieiige Zwillingspaare. Eineiige Zwillinge sind genetisch nahezu identisch. Wenn diese Zwillinge unterschiedlich häufig gestochen würden, so die Annahme der Forscher, könne die genetische Ausstattung nicht Ursache für die vermehrten Stiche sein. Diese Hypothese betätigte sich im Experiment. Die Mücken zeigten bei der Auswahl ihrer „Opfer“ bei den eineiigen Zwillingen keine besonderen Vorlieben.

Gene für den Mückenstich aufspüren und abschalten

Ganz anders bei den zweieiigen Zwillingen. Hier wurde jeweils einer der Zwillinge bei gleichem Versuchsaufbau deutlich häufiger gestochen als der andere. Daraus folgern die Wissenschaftler, dass die Gene einen deutlichen Einfluss darauf haben, wen Mücken stechen und wen nicht. Im nächsten Schritt möchten die Forscher herausfinden, welche Gene für die Mücken-Attraktivität verantwortlich sind. Und ferner, ob und wie sich diese Gene abschalten lassen.

Mückenstiche töten Millionen von Menschen

Die Erforschung der Mückenstich-Häufigkeiten ist alles andere als eine wissenschaftliche Spielerei. Weltweit sterben Millionen Menschen an Infektionskrankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber. Von Malaria sind vor allem viele Kinder betroffen. Falls es der Wissenschaft gelingt herauszufinden, wann und warum Mücken stechen, ließen sich entsprechende zuverlässige Schutzmethoden entwickeln und Millionen Menschenleben retten.

„Süßes Blut“ lockt Mücken nicht

Neben den Genen haben Forscher in der Vergangenheit schon weitere Ursachen für eine erhöhte Mückenstich-Anfälligkeit ausgemacht. So werden etwa Schwangere häufiger gestochen als andere Frauen. Auch übergewichtige Menschen und Menschen mit einer ungewöhnlich hohen Körpertemperatur sind für Mücken allem Anschein nach besonders attraktiv. Das in der Umgangssprache häufig beschriebene „süße Blut“ als Ursache für vermehrte Mückenstiche hingegen ließ sich bislang wissenschaftlich nicht bestätigen. Das gilt auch für die vermeintlichen Anti-Mückenmittel Knoblauch und Alkohol.

Autor: Charly Kahle

Stand: 02.08.2018

Quelle:

Heritability of Attractiveness to Mosquitoes

Blutsaugende Mücken: Die Gene bestimmen, wer gestochen wird

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