Mers: RKI mahnt – Bonn meldet Erfolge bei Mers-Impfstoff

Das Robert-Koch-Institut mahnt, Mers auch in Deutschland nicht aus dem Blick zu verlieren. Die Uni Bonn meldet unterdessen Fortschritte bei der Suche nach einem Impfstoff. Mers: RKI mahnt – Bonn meldet Erfolge bei Mers-Impfstoff.

Injektionslösung

33 Tote und mindestens 183 Infektionen: Das ist die vorläufige Bilanz des Mers-Ausbruchs in Südkorea. Auch wenn das Mers-Coronavirus sich nicht leicht verbreitet, mahnt das Robert-Koch-Institut deutsche Ärzte, bei Fällen von schweren Atemwegsinfektionen immer auch an Mers zu denken. Dazu gehöre, die Patienten im Zuge der Anamnese nach einem Aufenthalt in Südkorea und dem möglichen Kontakt zu Mers-Infizierten zu befragen. Sollte eine Mers-Infektion unerkannt nach Deutschland eingeschleppt werden, sei eine Verbreitung möglich. Bislang ist es nicht zu einer großflächigen Verbreitung gekommen. Nichtsdestotrotz gibt es auch in Deutschland bereits zwei Todesfälle im Zusammenhang mit Mers-Infektionen.

Weltweit sind etwas mehr als 1.100 Mers-Infektionen dokumentiert. 483 davon endeten tödlich. Das bedeutet aber nicht, dass fast die Hälfte aller Infektionen zum Tod führt. Vielmehr gehen Experten davon aus, dass eine unbekannte Zahl von Infektionen nur zu leichten Beschwerden führt oder überhaupt nicht erkannt wird. Ausführliche Informationen über das Middle East Respiratory Syndrome finden Sie im Themenspecial Mers – Infektion mit dem Mers-Coronavirus.

Bonner Forscher melden Erfolge bei Suche nach Mers-Impfstoff

Unterdessen melden Forscher der Universitätsklinik Bonn und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZI) erste Erfolge bei der Suche nach einem Mers-Impfstoff. Sie fanden heraus, dass alle 23 bekannten Varianten des Mers-Coronavirus auf Mers-Antikörper reagieren. Die Antikörper stammen von Menschen, die eine Mers-Infektion überstanden und damit eine Immunisierung gegen das Mers-CoV erworben haben. Die breite Wirksamkeit der Antikörper auf die untersuchten Virusvarianten bestärke die Hoffnung, dass ein einzelner Impfstoff ausreichend gegen alle bekannten Formen des Mers-Virus wirken sollte.

Ferner gelang es den Forschern, für ihre Versuche Mers-Coronaviren auf Zellkulturen aus menschlichen Darmzellen zu vermehren. Damit sei eine wichtige Grundlage für die Erforschung eines möglichen Impfstoffes deutlich verbessert worden. Bislang wurden die Mers-Coronaviren im Labor mithilfe von Affenzellen in einer Nährlösung gewonnen. Diese Methode hatte sich aber in Bezug auf die Anwendung der Ergebnisse auf den Menschen als wenig aussagekräftig herausgestellt.

Redaktion: Charly Kahle (Juli 2015) Quellen: Robert-Koch-Institut: Aktuelles zum MERS-CoV (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus, Epidemiologisches Bulletin 28/2015) MERS: Eine Impfung für Alle (Pressemitteilung der Uniklinik Bonn)

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