Masern: Ohne Impfung keine Schule oder Kindergarten

Die Regierungskoalition plant nach Angaben von Spiegel online, mehr Eltern zu einer Masern-Schutzimpfung zu bewegen.

Impfung Kind

Die Regierungskoalition erhöht den Druck auf Eltern, die ihre Kinder nicht gegen Masern impfen lassen wollen. Das Mittel dazu: Unter anderem soll es künftig möglich sein, ungeimpfte Kinder aus Kindergarten, Kita, Hort oder Schule auszuschließen. Das berichtet Spiegel online. Demnach soll eine entsprechende Änderung des Präventionsgesetzes am Donnerstag (18. Juni) im Bundestag beschlossen werden. Der Entwurf sehe auch vor, dass die Länder künftig Bußgelder von Eltern nicht geimpfter Kinder verlangen könnten.

Ohne schriftlichen Nachweis drohen Bußgelder

Spiegel online berichtet weiter, das Eltern künftig vor der Aufnahme ihres Kindes in eine Kita die ärztliche Beratung über notwendige Impfungen schriftlich nachweisen müssten. Sollten Eltern dies nicht tun, dürften die Gesundheitsbehörden künftig ein Bußgeld verhängen.

Ferner wolle die Koalition festlegen, dass Schutzimpfungen künftig in die Bonusprogramme der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen werden. Auch die Untersuchung des Impfschutzes von Jugendlichen solle verbessert werden.

Das Ziel der Maßnahmen sei, dass möglichst alle Kinder in Kindergärten und Schulen geimpft seien, zitiert Spiegel online Jens Spahn, den gesundheitspolitischen Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion. Einen Masernausbruch wie in diesem Jahr dürfe es nicht wieder geben.

Masernschutz durch Herdenimmunität

In diesem Frühjahr hatte Berlin den stärksten Masernausbruch seit vielen Jahren erlaubt. Die Ursache ist nach einhelliger Expertenmeinung der unzureichende Impfschutz. Das Masernvirus habe sich ausbreiten können, weil die sogenannte Herdenimmunität durch eine rückläufige Impfquote nicht erreicht werde. Unter Herdenimmunität verstehen Medizinier, dass ein Virus sich in einer Bevölkerung nicht verbreiten kann, weil ausreichend viele Menschen, beispielsweise gegen das Masernvirus, geimpft sind.  Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass eine Impfquote von 85 Prozent zu einer Herdenimmunität gegen Masern führen dürfte. Deutschland hatte sich für dieses Jahr das Ziel gesetzt, die Masern auszurotten.

Autor: Charly Kahle

Stand: 16.06.2015

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