Lebenserwartung verdoppelt Zahl der Krebs-Fälle

In nahezu 50 Jahren hat sich in Deutschland die Zahl der Neuerkrankungen mit Krebs nahezu verdoppelt.

Krebskranke

Die Zahl der neuen Krebserkrankungen hat sich zwischen 1970 und 2013 auf 482.500 nahezu verdoppelt. Gleichzeitig verlängern sich bei den meisten Krebsarten Überlebensquote und Lebensdauer.

Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen mit Krebs in Deutschland hat sich innerhalb von 44 Jahren nahezu verdoppelt. Zwischen 1970 und 2013 stieg sie auf nunmehr 482.500 pro Jahr. Gleichzeitig aber gehe die Erkrankungsquote insgesamt zurück, schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem ersten „Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland“. Insgesamt leben in Deutschland 4 Millionen Menschen, die an Krebs erkrankt sind oder waren. Alleine 2013 erlagen 223.000 Deutsche einer Krebserkrankung, 200.000 Frauen und Männer wurden wegen einer Krebsneuerkrankung krankgeschrieben. Und gut 15 Prozent der Pflegefälle gehen auf das Konto von Krebs. Hauptursache für die steigende Zahl der Neuerkrankungen mit bösartigen Tumoren sei die größer werdende Lebenserwartung. Denn die Häufigkeit von Krebsneuerkrankungen nehme mit steigendem Alter deutlich zu. Rechne man die gestiegene Lebenserwartung aus den Zahlen heraus, ergebe sich seit einigen Jahren sogar eine geringere Erkrankungsrate. Ein Beispiel dafür sei die abnehmende Zahl der Lungenkrebserkrankungen bei Männern, die auf eine sinkende Anzahl von Rauchern zurückgehe. Bei Frauen allerdings steigt der Anteil an den Lungenkrebs-Neuerkrankungen. Frauen mittleren Alters sind nach Angaben der EU besonders häufig betroffen, weil sich in dieser Altersspanne auch der höchste Anteil an Raucherinnen findet.

Im Durchschnitt 4 Jahre mehr Lebenszeit

Der Krebsbericht des RKI bietet viele ermutigende Zahlen. Krebspatienten werden heute im Durchschnitt 74 Jahre alt und leben damit 4 Jahre länger als noch 1980. Die Gründe dafür liegen in Behandlungsfortschritten einerseits und besserer Früherkennung andererseits. Trotz aller medizinischen Fortschritte bleibe die Krebsbekämpfung aber bei Leberkrebs und Bauspeicheldrüsenkrebs nicht sehr aussichtsreich. Diese Krebsarten weisen laut RKI nach wie vor die höchsten Sterbequoten aus.

Nach Einschätzung des RKI lässt sich gut ein Drittel der Krebserkrankungen vermeiden. Denn die Hautursachen seien nach wie vor Rauchen (Lungenkrebs) und Alkoholkonsum (Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs) sowie Übergewicht, ungünstige Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangel. In der Vorbeugung und Früherkennung habe es vor allem bei Gebärmutterhalskrebs und Darmkrebs Fortschritte gegeben. Weitere Informationen dazu:

Autor: Charly Kahle

Stand: 06.12.2016

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