Schon kleine Mengen Alkohol schaden dem Gehirn

Ein Gläschen Bier oder Wein schadet nicht. Diese Überzeugung teilen fast alle Bier- oder Weintrinker. Seriöse wissenschaftliche Studien hingegen kommen in der Regel zu der Erkenntnis, dass Alkohol auch in geringen Konzentrationen sehr wohl schadet.

Wein

Wissenschaftler der Universität Oxford wollten wissen, ob es den oft behaupteten gesunden Alkoholkonsum tatsächlich gibt. Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler Daten von 550 gesunden Frauen und Männern mit einem Durchschnittsalter von 43 Jahren. Die Teilnehmer waren zwischen 1985 bis 2015 wiederholt unter anderem zu ihrem Trinkverhalten befragt worden waren. Zum Studienende wurden ihre Gehirne mit einer Magnetresonanztomografie (MRT) untersucht.

Schon ein Glas Bier pro Tag schädigt Gehirnzellen

Das Ergebnis: Schon bei einem täglichen Konsum von 0,5 Liter Bier oder 0,25 Liter Wein (116 und 188 Gramm Alkohol pro Woche) lassen sich laut Studie im Gehirn Anzeichen für einen Abbau von Nervenzellen im Hippocampus nachweisen. Der Hippocampus ist ein Gehirnbereich, der unter anderem wesentlich am Gedächtnis, der Gefühlsverarbeitung und der räumlichen Orientierung beteiligt ist. Positive Auswirkungen des moderaten Alkoholkonsums haben die Wissenschaftler demnach nicht finden können.

Bei Studienteilnehmern mit einem Konsum von mehr als 240 Gramm Alkohol pro Woche habe man auch vermindertes Sprachvermögen sowie eine verlangsamte Auffassungsgabe feststellen können. Abstinente Studienteilnehmer hingegen zeigten auch nach 30 Jahren keinerlei messbare Auffälligkeiten.

Nach eigenen Angaben waren die Wissenschaftler überrascht, dass sie keine Anzeichen für schützende Effekte durch moderates Trinken finden konnten. Sie verweisen darauf, dass ihre Ergebnisse auf einer reinen Beobachtungsstudie beruhen. Auch wenn mit großer Sorgfalt alle anderen Risikofaktoren für degenerative Hirnveränderungen aus der Studie herausgerechnet wurden, seien die Ergebnisse kein Beweis für einen kausalen Zusammenhang von Alkohol und negativen Gehirnveränderungen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 07.06.2017

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