Hilfe bei Kinderwunsch und Unfruchtbarkeit

Bei Spätgebärenden treten vermehrt Risiken für Komplikationen wie Fehl- oder Frühgeburten sowie Fehlbildungen auf.

Baby hüfte

Verantwortungsvolles Handeln beginnt bereits mit dem Kinderwunsch Während die Geburtenrate seit Jahrzehnten stetig sinkt, steigt das Alter der Schwangeren immer mehr an. Mit zunehmendem Alter nimmt jedoch nicht nur die Fruchtbarkeit ab, es treten auch vermehrt Risiken für Komplikationen wie Fehl- oder Frühgeburten sowie Fehlbildungen auf. Paare, die sich ein Kind wünschen, sollten sich daher schon mit Aufkommen des Babywunsches verantwortungsvoll mit dem Thema Schwangerschaft auseinandersetzen, um Fruchtbarkeitsstörungen und Unfruchtbarkeit zu bekämpfen sowie Risiken zu verringern oder sogar zu vermeiden. Viele Paare sind von Unfruchtbarkeit und Fruchtbarkeitsstörungen betroffen „Heute sind bereits zehn bis 15 Prozent aller Paare von Fruchtbarkeitsstörungen oder Unfruchtbarkeit betroffen" so Antja Bastian, Expertin der Krankenkasse IKK Nord zum Thema Schwangerschaft. Tatsache ist, dass Paare mit Kinderwunsch Risikofaktoren wie Alter und Krankheiten bzw. Veränderungen an den Geschlechtsorganen nicht beeinflussen können. Erheblichen Einfluss auf die Fruchtbarkeit nehmen jedoch auch Faktoren wie Alkohol- und Zigarettenkonsum, die Ernährung sowie Stressbelastung. Bei der Schwangerschaft nachhelfen Es gibt zahlreiche Tipps, die bei der Schwangerschaft ein wenig nachhelfen können. Wichtig: Täglicher Geschlechtsverkehr verbessert nicht die Spermienqualität. Ermitteln Sie besser die fruchtbaren Tage. Außerdem sollten Paare nicht an Über- oder Untergewicht leiden und Genussmittel wie Kaffee, Alkohol und Zigaretten meiden. Sehr wichtig ist jedoch bereits vor der Schwangerschaft eine gesunde Ernährung mit ausreichender Versorgung an Vitaminen und Mineralstoffen. Viele Paare weisen eine Unterversorgung mit Jod, Folsäure, Eisen und Calcium auf, obwohl durch eine ausreichende Menge dieser Mikronährstoffe nicht nur die Fruchtbarkeit beeinflusst, sondern auch das Risiko von Fehl- und Frühgeburten verringert werden kann. Während Obst und Gemüse, Getreide- und Milchprodukte unbedingt zum täglichen Ernährungsplan gehören, sollten Fisch und Fleisch sowie Eier seltener genossen werden. Auf Süßigkeiten und tierische Fette sollte sogar ganz verzichtet werden, denn diese führen nicht nur zu Übergewicht, sondern in manchen Fällen auch zu Krankheiten wie Diabetes. Kopfstand oder Kissen? – Mythen zur Steigerung der Fruchtbarkeit Zahlreiche Mythen ranken sich um die Steigerung der Fruchtbarkeit und die Schwangerschaft – mal mehr und mal weniger wissenschaftlich belegt. So sollen fruchtbare Stellungen wie die Missionarstellung oder aber Löffelchen mit einem Kissen unter dem Bauch oder angewinkelten Beinen den Weg der Spermien zur Gebärmutter verkürzen und ihnen somit zum Erfolg verhelfen. Auch ein Kopfstand – oder für weniger Geübte eine Kerze – soll nach dem Geschlechtsverkehr die Spermien in die richtige Richtung befördern. Ob wirkungsvoll oder nicht: Ein Versuch schadet nicht und sorgt zumindest für Spaß im Bett. Weniger anstrengend, aber angeblich mit dem gleichen Effekt: Nach dem Sex ruhig liegen bleiben und sich ein Kissen unter den Po schieben. Unabhängig davon wie das Becken schlussendlich erhöht wird, sagt man sich, dass auch der Toilettengang nach dem Akt vermieden werden sollte, um die Spermien länger im Körper zu halten. Laut einem weiteren Mythos hilft das Zusammenziehen der Gebärmutter beim weiblichen Orgasmus ebenfalls bei der Befruchtung. Eier, Knoblauch oder aber Austern und Kaviar tun ihr übriges: Sie gelten als Aphrodisiakum für den Mann. Paaren mit Kinderwunsch wird geholfen Auch Krankenkassen wie die IKK Nord helfen Paaren mit Kinderwunsch bei der verantwortungsvollen Familienplanung. "Wir bieten das Programm planBaby, das Paare mit Hilfe eines 144-seitigen Handbuches über die wichtigen Themen Gesundheit, Ernährung, Fruchtbarkeit und Kinderwunschbehandlungen informiert. Für Mitglieder der IKK Nord ist die Teilnahme kostenlos." Der dem Programm beiliegende Fragebogen mit anschließender Auswertung durch ein Expertenteam gibt Auskunft über das Gesundheitsprofil des Paares mit Kinderwunsch. Anhand dessen erhalten sie individuelle und wertvolle Empfehlungen, die dabei helfen, Schwangerschafts- und Geburtsprobleme zu verringern. Etwa 1 500 Mitglieder der IKK Nord haben bereits an dem Programm teilgenommen. Doch auch Maßnahmen zur Kinderwunschbehandlung, wie die künstliche Befruchtung, werden von der IKK Nord unter bestimmten Voraussetzungen bezuschusst. „Fruchtbarkeitsstörungen oder Unfruchtbarkeit sind für eine Beziehung sehr belastend. Wir versuchen, den betroffenen Paaren hier bestmöglich zur Seite zu stehen und sie zu unterstützen. Im vergangenen Jahr konnten wir so 243 Mitglieder mit der Bezuschussung von Kinderwunschbehandlungen unterstützen." Quelle: IKK - Innungskrankenkasse Nord, Rostock

Autor: Charly Kahle

Stand: 05.01.2015

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