Kaffee

Kaffee zählt ohne Zweifel zu den Lieblingsgetränken der Deutschen. Viele Studien befassen sich damit, Gesundheitsvorteile aus dem Kaffee-Konsum zu belegen. Nun haben israelische und amerikanische Mediziner eine Studie über den Zusammenhang von Kaffee und Darmkrebs vorgelegt. Ihr Ergebnis: Wer täglich mehr als 2,5 Tassen trinkt, kann das Darmkrebsrisiko halbieren. Gleichzeitig schließen die Forscher aus, dass der schützende Effekt vom Koffein ausgeht.

Darmkrebsrisiko halbiert

Die Wissenschaftler aus Los Angeles und Haifa haben für ihre Studie die Daten von 9.100 Versuchsteilnehmern ausgewertet. Dabei befragten sie zwei Gruppen: 5.100 Patienten mit einer Darmkrebsdiagnose und 4.000 gesunde Menschen. Beide Gruppen beantworteten vor allem Fragen zum Lebensstil und Ernährungs- sowie Genuss-Gewohnheiten. Nachdem die Forscher Angaben über Einflüsse wie Rauchverhalten, Medikamente, Bewegung oder Ernährung aus den Ergebnissen heraus gerechnet hatten, blieb ein verblüffendes Ergebnis. Wer täglich mehr als 2,5 Tassen Kaffee trinkt, halbiert das Darmkrebsrisiko. Ein bis zwei Tassen Kaffee täglich senken das Darmkrebsrisiko demnach um 26 Prozent. Dabei spiele es keine Rolle, ob der Kaffee Koffein enthalte. Auch die Zubereitungsart (Espresso, Filterkaffee, andere) haben keinen Einfluss auf den schützenden Effekt. Die Wissenschaftler können den Zusammenhang zwischen Kaffee-Konsum und Darmkrebs nicht ursächlich nachweisen. Dennoch bezeichnen sie ihre Ergebnisse in einer Fachzeitschrift als signifikant.

Ganz überraschend ist das Ergebnis dieser jüngsten Studie nicht. Bereits in der Vergangenheit hat es mehrere Untersuchungen über den gesundheitlichen Nutzen von Kaffee gegeben – auch in Bezug auf Darmkrebs. 2012 hatten Forscher am Dana-Farber Cancer Institute in Boston knapp 1.000 Patienten mit Darmkrebs untersucht. Das Ergebnis in Kürze: Teilnehmer, die 4 oder mehr Tassen Kaffee täglich tranken, erkrankten deutlich seltener erneut an Darmkrebs (42 Prozent) als Teilnehmer, die keinen Kaffee tranken. Außerdem wirkte sich der Kaffee-Konsum positiv auf die Überlebensrate aus. Das Risiko, an der Darmkrebserkrankung zu sterben, sank in dieser Studie um gut ein Drittel (34 Prozent).

Die beiden Studien unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt: Die Studie aus Boston konnten die positiven Ergebnisse nur für koffeinhaltigen Kaffee darstellen. Sie weist – im Gegensatz zur Studie aus Los Angeles und Haifa – keinen Effekt von koffeinfreiem Kaffee auf die Darmkrebs-Wahrscheinlichkeit oder -Prognose aus.

Welcher der mehr als 1.000 Inhaltsstoffe des Kaffees tatsächlich für den schützenden Effekt gegen Darmkrebs verantwortlich ist, bleibt vorläufig ungeklärt. Das gilt ebenso für die positiven Wirkungen von Kaffee auf Brustkrebs oder Diabetes, die in anderen Studien belegt werden konnten.

Autor: Charly Kahle

Stand: 11.04.2016