Johanniskraut ist Arzneipflanze 2015

Das Johanniskraut werde noch weiter von sich reden machen, begründet der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ die Ernennung von Johanniskraut zur Arzneipflanze 2015.

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

„Wahrscheinlich wird das Johanniskraut noch weiter von sich reden machen“, so Dr. Johannes Mayer. Mayer ist Medizinhistoriker und eines der Mitglieder im „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg. Das Gremium wählt seit 1999 in jedem Jahr eine Arzneipflanze des Jahres. 2015 fällt die Wahl auf das Johanniskraut.

Anwendungen gegen Demenz und Krebs im Test

Mayer verweist darauf, dass Johanniskrautextrakte unter anderem gegen die Alzheimer-Krankheit getestet würden. Eine der Inhaltsstoffe, ein isoliertes Hypericin, werde zudem gegenwärtig in der Therapie von Tumorzellen erprobt. Dabei mache man sich 2 Eigenschaften des Hypericins zunutze. Zum einen sammle es sich an krebsartigen Zellen. Zum anderen bilde das Hypericin bei Bestrahlung mit einem bestimmten Lichtspektrum aggressive Sauerstoffverbindungen. Diese Sauerstoffradikale könnten Krebszellen abtöten, so Mayer.

Vielfältige Wirkungen des Johanniskrauts

Bislang waren es vor allem die stimmungsaufhellenden Eigenschaften gegen Depressionen und die beruhigende Wirkung bei Schlafstörungen, die in der Heilpflanzenkunde und bei den Menschen für einen Johanniskraut-Boom sorgten. Auch die hautpflegenden Effekte von Johanniskrautöl (auch Rotöl genannt) sind gut erforscht. Dennoch habe man dem Johanniskraut noch nicht alle Geheimnisse entlocken können, so Mayer. Der Studienkreis empfiehlt die innerliche Anwendung von Johanniskrautöl unter anderem bei Verdauungsbeschwerden mit entzündlicher Komponente, da Johanniskraut die gereizte Magen- und Darmschleimhaut beruhigt.

Bei kleineren Verletzungen wie Schnitten, blauen Flecken oder Zerrungen entfalte es äußerlich angewendet ebenso eine positive Wirkung wie bei Verbrennungen oder zur Pflege trockener Haut. Auch Hexenschuss, Ischialgie, Gürtelrose und rheumatische Beschwerden sprechen nach Angaben des Studienkreises auf eine äußerliche Behandlung mit Johanniskrautöl an.

Von Buchweizen bis Johanniskraut

Der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg bestimmt seit 1999 eine Arzneipflanze des Jahres. Dem Kreis gehören Medizinhistoriker, Ärzte, Apotheker und Biologen an.

Die bisherigen Arzneipflanzen des Jahres

  • 1999: Buchweizen
  • 2001: Arnika
  • 2002: Ruscus, der stechende Mäusedorn
  • 2003: Artischocke
  • 2004: Pfefferminze
  • 2005: Arzneikürbis
  • 2006: Thymian
  • 2007: Hopfen
  • 2008: Weiße oder Gemeine Rosskastanie
  • 2009: Fenchel
  • 2010: Efeu
  • 2011: Passionsblume
  • 2012: Süßholz
  • 2013: Kapuzinerkresse
  • 2014: Spitzwegerich
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