Mutter und Kind beim Blumen pflücken

Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) geht davon aus, dass sich Baumpollenallergien in den kommenden Jahren deutlich vermehren werden. Das sagte Stiftungsleiter Prof. Dr. Karl-Christian Bergmann beim Ausblick auf die Pollenflugsaison 2015 in Berlin. Hauptursache dafür seien Birkenpollen. Deren Zahl breite sich unvermindert stark aus. Alleine im vergangenen Jahr habe die Zahl der Birkenpollen im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent zugenommen. Mit 70 Prozent seien Birkenpollen der mit Abstand am weitesten verbreiteter Auslöser von Allergien mit Heuschnupfen und allergischem Asthma.

Bergmann rief Heuschnupfen-Patienten auf, sich möglich umgehend mit antiallergischen Medikamenten zu versorgen. Alternativ schlägt er vor, eine Immuntherapie mit dem Hausarzt oder einem Allergologen zu besprechen. In jedem Fall sei es wichtig, Heuschnupfen so früh wie möglich zu behandeln. Insbesondere bei Allergien auf Baumpollen sei das Risiko groß, dass allergischer Schnupfen in allergisches Asthma übergehe.

Problematisch an den Baumpollenallergien seien auch die häufigen Kreuzallergien mit Kern- und Steinobst. Nahezu jeder zweite Baumpollenallergiker sei gezwungen, auf Obst wie Äpfel, Birnen oder Kirschen und Nüsse zu verzichten.

PID erwartet geringeren Birkenpollenflug

Wegen des starken Wachstums der Birkenpollen im vergangnen Jahr geht der PID davon aus, dass die Belastung durch Birkenpollen in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr schwächer ausfallen wird. Heuschnupfen-Geplagte können sich hier also auf eine leichte Entlastung einrichten. Mittelfristig aber werde die Belastung durch Birkenpollen weiter zunehmen, da vor allem die öffentliche Hand entgegen den Warnungen der Pollenmediziner unvermindert stark Birken pflanze.

Tabelle: Ausblick auf die Pollensaison

Die Saison für Birkenpollen hat gerade erst begonnen. Den Höhepunkt erwarten die Experten im Süden für Ende April/Anfang Mai. Im Norden verschiebt sich der Höhepunkt wegen der durchschnittlich kühleren Temperaturen um etwa 1 Woche nach hinten.

2015

Süden

Norden

Beginn - Ende

Beginn - Ende

Birke

26.03. - 30.05.

01.04. - 15.06.

Gräser

20.04. - 15.09.

30.04. - 20.09.

Beifuß

05.07. - 15.09.

10.07. - 20.09.

Ambrosia

20.07. - 20.09.

10.08. - 20.09.

Der PID berechnet die Pollenfugzeiten auf Grundlage der Daten aus diesem Jahrtausend. Den Einschätzungen zufolge dürften Gräserpollen und Beifußpollen in diesem Sommer ähnlich stark fliegen wie in den vergangenen Jahren.

Pollenkonzentration von Ort zu Ort sehr verschieden

In einer Studie konnte der PID für Berlin zeigen, dass die Messwerte für Birkenpollen in den einzelnen Stadtbezirken sich im um bis zu 200 Prozent unterscheiden. Noch größer waren die Differenzen bei den Gräserpollen. Hier fanden die Experten Unterschiede von bis zu 300 Prozent. Nach Ansicht des PID rechtfertigen die Ergebnisse, den Pollenflug engmaschiger als bislang zu überwachen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 17.04.2015

Quelle:

Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID)