Wann ist eine OP zur Gewichtsreduktion sinnvoll?

Berlin – Ein Experte der Deutschen Diabates-Hilfe erklärt, wann und warum eine Operation zur Gewichtsreduktion sinnvoll ist.

Uebergewicht-Adipositas

Berlin – Bereits jeder fünfte Erwachsene in Deutschland ist stark übergewichtig. Zahlreiche Betroffene leiden auch unter Diabetes Typ 2. Ein Experte der Deutschen Diabates-Hilfe erklärt, wann und warum eine Operation zur Gewichtsreduktion sinnvoll ist. Bleiben Ernährungs-, Bewegungs- und Psychotherapien auf die Dauer erfolglos, kann eine sogenannte bariatrische Operation beim Abnehmen helfen. Dabei wird entweder ein Magenband eingesetzt, ein Magenschlauch gebildet oder ein Magenbypass gelegt. Beim „Schlauchmagen" entfernt der Chirurg den Großteil des Magens, so dass nur noch ein „Schlauch" übrig bleibt. Beim „Magenbypass" schließt er einen Teil des Magens vom Verdauungstrakt aus. Dadurch verkleinert sich der Magen und die Passage von Nahrung durch den Dünndarm verkürzt sich.  „Die bariatrische Chirurgie ist bei Patienten, deren Body-Mass-Index (BMI) höher als 40 kg/m2 ist oder bei einem BMI über 35 kg/m2 und gleichzeitigem Diabetes Typ 2 eine evidenzbasierte und weltweit anerkannte Therapie zur anhaltenden und deutlichen Gewichtsreduktion", sagt Professor Dr. med. Jürgen Ordemann vom Zentrum für Adipositas und Metabolische Chirurgie der Charitè in Berlin. Bessere Zuckereinstellung nach der OP Betroffene verspüren nach einem solchen Eingriff weniger Hunger und verlieren deutlich an Gewicht. Bei vielen Diabetikern verbessert sich nach der OP auch die Zuckerstoffwechsellage, so dass die betroffenen Patienten keine medikamentöse Therapie mehr benötigen. Ob dieser Effekt jedoch von Dauer ist und die bariatrische Chirurgie bei Menschen mit Diabetes Typ 2 vielleicht eine Therapieoption gegen die Stoffwechselerkrankung an sich sein könnte, wird zur Zeit sehr kontrovers diskutiert. „Voraussetzung für eine erfolgreiche Operation ist die sorgfältige Auswahl der Patienten und die lebenslange Nachbetreuung", erklärt Prof. Ordemann. Sowohl gesetzliche als auch private Krankenkassen lehnen allerdings bislang die Kostenübernahme für eine solche Operation häufig ab. Quelle: www.deutsche-diabetes-hilfe.de Mrz 13

Autor: Charly Kahle

Stand: 05.01.2015

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