Darmflora

Die Diagnose des Chronischen Erschöpfungssyndroms (CFS) stellt die Medizin noch immer vor Rätsel. Eine zuverlässige Therapie gibt es bislang auch nicht. Da weckt eine neue Studie der Cornell-Universität (Ithaka, New York) neue Hoffnung auf eine eindeutige Diagnose und neue Therapieansätze.

Chronische Erschöpfungszustände machen das Leben zu einer ständigen Anstrengung. Vor der Diagnose haben die Betroffenen oft eine jahrelange Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich. Das könnte sich nun ändern. ©dubova - Fotolia.com Die chronischen Erschöpfungszustände des Chronic Fatigue Syndroms (CFS) machen das Leben zu einer ständigen Anstrengung. In Deutschland gibt es gut 300.000 Menschen, die an CFS leiden. Schon vor der Diagnose haben die Betroffenen oft eine jahrelange Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich. Häufig werden sie als eingebildete Kranke abgestempelt, wird die Ursache der Beschwerden als psychosomatisch eingestuft. Das könnte sich nun ändern. CFS-Kranke haben allem Anschein nach zumindest die Aussicht auf eine zuverlässige Diagnose nach objektiven Kriterien.

Deutlicher Zusammenhang zwischen Darmflora und CFS

Wissenschaftler um die Molekularbiologin und Genetikerin Maureen Hanson fanden heraus, dass es wohl einen Zusammenhang von veränderter Darmflora und CFS gibt. Für die Studie untersuchte das Team 87 Teilnehmer. 48 von ihnen litten an CFS, 39 waren gesund. Das Ziel der Untersuchungen: Die Diagnose von CFS anhand von biologischen Markern zu bestätigen. Fündig wurden die Forscher in der Darmflora. 83 Prozent der Studienteilnehmer mit CFS wiesen eine Darmflora aus, die sich deutlich von der der gesunden Studienteilnehmer unterschied. Insbesondere fehlten den CFS-Kandidaten entzündungshemmende Bakterienstämme. Entzündungsfördernde Keime hingegen konnten vermehrt nachgewiesen werden. Und Entzündungen haben offenbar mehr Folgen als bislang angenommen. Immer mehr Forschungsergebnisse legen nahe, dass Entzündungen psychische Erkrankungen wie Depressionen begünstigen. Ein ähnlicher Mechanismus könnte CFS begünstigen, belegt ist das bislang aber nicht.  

Die Autoren der Studie gehen jedenfalls davon aus, dass sie ein zuverlässiges Verfahren gefunden haben, mit dem sich die Diagnose Chronic Fatigue Syndrom mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent bestätigen lässt. Ob die gestörte Darmflora auch Ursache des CFS sei, bleibe hingegen unklar. Nichtsdestotrotz schließen die Autoren nicht aus, dass eine Umstellung der Ernährung auf probiotische Lebensmittel die Symptome lindern könne.

Autor: Charly Kahle

Stand: 06.07.2016