Gehirn: dem Jungbrunnen auf der Spur

US-Wissenschaftler haben im Tierversuch durch die Injektion von Nabelschnurplasma die Gehirnfunktion deutlich verbessern können.

Parkinson Gehirn

Von einem neuen Ansatz in der Demenzforschung berichten US-Forscher: Sie konnten die Gehirnfunktion von alten Mäusen deutlich verbessern. Dazu hatten die Forscher den Tieren Blutplasma aus menschlichen Nabelschnüren injiziert. Auf den Spuren einer Verjüngungskur für das Gehirn? US-Forscher haben ein Eiweiß aus Nabelschnurplasma identifiziert, das die Gehirnfunktion verbessern könnte.

Weltweit forschen Mediziner und Pharmakologen nach einem wirksamen Medikament gegen die Ursachen der Demenz. Forscher der amerikanischen Elite-Universität Stanford berichten nun von einem Erfolg in Tierversuchen. Demnach konnten sie die Gehirnfunktion von betagten Mäusen deutlich verbessern. Das gelang, indem die Forscher den Mäusen menschliches Nabelblutplasma injizierten. Nach 14 Tagen dieser Nabelblut-Kur hätten die Mäuse sich in Labyrinthen deutlich besser orientieren können, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Nature“. Die Leistungssteigerung des Gehirns gehe auf eine verstärkte Aktivierung von Genen für Gehirnzellen-Netzwerke (Neuronen) im Hippocampus zurück. Diese Hirnregion ist unter anderem für das Erinnerungsvermögen von großer Bedeutung.

Eine wesentliche Rolle bei der Aktivierung der Neuronen spielt nach gegenwärtigen Stand der Auswertung ein Eiweiß. Bei diesem Enzym handele es sich um die sogenannte Tissue Inhibitor Metalloprotease 2 (TIMP2). Bislang war nicht bekannt, dass TIMP2 Gehirnfunktionen wie Lernen und Erinnern positiv beeinflussen kann.

Von einem Medikament gegen die Ursachen der Demenz kann trotz dieser Ergebnisse noch lange nicht die Rede sein. Das gilt umso mehr, als auch die Nabelblutplasma-Injektionen nicht in der Lage waren, abgestorbene Gehirnzellen zu reaktivieren. So bleibt die medikamentöse Therapie von Therapie vorerst vor allem darauf ausgerichtet, die Symptome der nachlassenden Gehirnfunktion zu lindern und den Fortschritt des Abbaus zu verlangsamen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 26.04.2017

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