Frau mit Schnupfen

Der rezeptfrei erhältliche Wirkstoff Fusafungin verursacht offenbar in seltenen Fällen schwere allergische Reaktionen mit potenziell lebensbedrohlichen Atemkrämpfen. Deshalb haben die deutschen Behörden jetzt befürwortet, dem Wirkstoff die Zulassung zur Behandlung von Entzündungen der oberen Atemwege zu entziehen.

Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) kommt zu dem Schluss, dass die möglichen Nebenwirkungen des Wirkstoffs in keinem vertretbaren Verhältnis zum Nutzen stehen. Das sogenannte Risikobewertungsverfahren für das Erkältungsmittel gegen Halsschmerzen und Entzündungen der oberen Atemwege läuft bereits seit September vergangenen Jahres. Es war eingeleitet worden, nachdem sich Meldungen über schwere allergische Nebenwirkungen mit Atemnot gehäuft hatten. Nun hat der PRAC befürwortet, dass die Europäische Arzneimittelagentur das Medikament vom Markt nimmt. Damit dürfte das Medikament nicht mehr verkauft werden.

In Deutschland wird Fugafunsin unter dem Handelsnamen Locabiosol vom Hersteller STADA als „natürlicher“ Wirkstoff gegen Entzündungen der oberen Atemwege angeboten. Es handelt sich um ein Spray, das in der Nase und in der Mundhöhle angewendet wird. Dort soll es typische Beschwerden von Erkältungen wie beispielsweise Halsschmerzen lindern. Die Stiftung Warentest hat Fusafungin - ähnlich wie der PRAC – bereits vor geraumer Zeit als „wenig geeignet“ zur Behandlung von solchen Erkältungssymptomen bewertet.

Mit der PRAC-Empfehlung ist das Risikobewertungsverfahren noch nicht abgeschlossen – und der Wirkstoff darf vorerst weiter verkauft werden. Auf der Webseite des Europäischen Arzneimittelagentur finden Sie umfassende Informationen zum Risikobewertungsverfahren für Arzneimittel.

Autor: Charly Kahle

Stand: 22.02.2016