Freizeitstress auf Platz 3 der Stressursachen

Nur Arbeitsbelastung und Ansprüche an sich selbst belasten die Deutschen laut Stressstudie der Techniker Krankenkasse noch stärker.

Augen brennen durch Müdigkeit

Gut ein Drittel aller Deutschen fühlt sich durch zu viele Termine in der Freizeit gestresst. Damit liegt Freizeitstress auf Platz 3 der Stressursachen, wie sie die Techniker Krankenkasse in der Stressstudie 2016 ermittelt. Insgesamt stünden 60 Prozent der Deutschen regelmäßig unter Stress, 25 Prozent sogar häufig.    

Hitliste der Stressursachen

60 Prozent aller Deutschen geben in der Stressstudie 2016 der Techniker Krankenkasse an, sich gestresst zu fühlen. Wichtigster Stressfaktor (46 Prozent) bleibt wie in den Vorjahren die Belastung am Arbeitsplatz. Nur knapp dahinter mit 43 Prozent auf Platz 2 der Stressoren: hohe Ansprüche an die eigene Person. Platz 3 mit 33 Prozent der Nennungen geht an Termindichte in der Freizeit.

Ständige Erreichbarkeit stresst 28 Prozent der Deutschen. Das klingt nach wenig. Blickt man aber auf die Arbeitnehmer unter den digital Gestressten stellen sich die Zahlen anders dar. 73 Prozent der Arbeitnehmer, die ständig erreichbar sein sollen, leiden nach eigenen Angaben unter Stress. Und gut 40 Prozent fühlen sich dabei laut TK-Umfrage unter Dauerdruck.

Die Techniker Krankenkasse Hessen sieht einen klaren Zusammenhang von Stressbelastung und aktuellen Krankenstands-Daten. Demnach entfällt jeder 6. Krankentag in Hessen auf psychische Ursachen. Das sind 2,5 von durchschnittlich 15 Krankentagen in 2015.

Stressausgleich: Faulenzen und Freunde weit vorne

Stress braucht Ausgleich. Entspannung finden die meisten Deutschen bei einem Hobby, Freunden und Bekannten – oder beim Nichtstun (je 70 Prozent). Bei Spaziergängen und Musikhören füllen 60 Prozent ihre Batterien. Sport treibt gut die Hälfte der Deutschen, um Stress abzubauen und Ausgleich zu finden. Immerhin ein Drittel greift regelmäßig zu Bier oder Wein, um entspannen zu können. Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenes Training sind – vor allem für Männer – fast schon die Ausnahme (13 Prozent).

Entspannung durch Computerspiele und soziale Netzwerke

Digitale Ablenkungen wie Computerspiele oder soziale Netzwerke liegen bei den Deutschen insgesamt auf Platz 12 (30 Prozent) der Entspannungsstrategien zum Stressausgleich. Aber: Digitale Entspannung verteilt sich sehr ungleich über die Altersstufen. Bei den Erwachsenen bis 39 greift jeder Zweite zu Smartphone oder Tablet, um abzuschalten. Bei den über 60jährigen nutzen nur 7 Prozent digitale Medien zur Entspannung.

Aus Sicht der TK ist der Trend in der jüngeren Bevölkerungsgruppe keine gute Nachricht. Gerade bei den unter 40jährigen sei der Stresspegel durch die Mehrfachbelastung von Job, Familie und Freizeit insgesamt am höchsten, so TK-Chef Jens Baas. Wer seinen Feierabend dann wie den Arbeitstag in passiver Haltung vor einem Bildschirm verbringe, erlebe keinen wirksamen Ausgleich.

Autor: Charly Kahle

Stand: 19.10.2016

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