Facharzttermine: IKK sieht kaum lange Wartezeiten

Sind die Meldungen über lange Wartezeiten auf einen Facharzttermin nur Einzelfälle? Eine repräsentative Umfrage der Krankenkasse IKK sieht kaum lange Wartezeiten.

Patienten im Wartebereich

Mehr als drei Viertel der Deutschen bekommen beim Facharzt ihren Wunschtermin. Und mehr als die Hälfte wird auch in ländlichen Gebieten innerhalb von 2 Wochen beim Facharzt untersucht. So zwei Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der Krankenkasse IKK classic. Die Studie „Arztwahl und Arztsuche 2015“ belege, dass Versorgungsengpässe oder Terminprobleme in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit eine geringere Rolle spielten als erwartet“, so Gerd Ludwig, der Vorstandsvorsitzende der IKK classic.

 

Wartezeiten vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg

Die kürzesten Wartezeiten vermeldet die Krankenkasse für Hamburg. 41 Prozent bekommen demnach einen Facharzttermin innerhalb einer Woche, niemand müsse länger als 8 Wochen warten. Die IKK verweist darauf, dass die Menschen auch in den ländlichen Regionen mit den Wartezeiten und der ärztlichen Versorgung weitgehend zufrieden seien. Weniger schnell als in Hamburg kommen die Patienten vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg in die Wartezimmer. In diesen Bundesländern warten 22 bzw. 18 Prozent der Patienten länger als 8 Wochen auf einen Facharzttermin. Die Umfrage bestätigt, dass Privatversicherte im Durchschnitt schneller einen Facharzttermin erhalten als gesetzlich Versicherte. 48 Prozent der Privatversicherten bekommen den Termin innerhalb von einer Woche, bei den gesetzlich Krankenversicherten sind es laut IKK 26 Prozent.

Wahl des Hausarztes nach Nähe und Empfehlungen

Bei der Wahl des Facharztes vertrauen die Deutschen laut IKK-Umfrage vor allem ihrem Hausarzt (39 Prozent). Auf dem Land müssen die Menschen etwa doppelt so oft lange Wege von mehr als 10 Kilometern zum Facharzt in Kauf nehmen. Den Hausarzt suchen die Deutschen vor allem in der Nachbarschaft. Bis zu 50 Prozent nennen die räumliche Nähe als wichtigstes Entscheidungsmerkmal. Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld spielen bei 40 Prozent außerdem eine wichtige Rolle. Anders als in anderen Studien sind Internetrecherchen (7 Prozent) laut IKK-Studie kaum relevant bei der Hausarztwahl. Noch weniger genutzt werden demnach nur Telefonbücher (4 Prozent).

Wartezeiten und Versorgungsstärkungsgesetz

Meldungen über lange Wartezeiten bei Fachärzten haben in den vergangenen Wochen für einige Diskussionen in der Gesundheitspolitik gesorgt. Die Bundesregierung hatte bei den Beratungen zum Versorgungsstärkungsgesetz davon gesprochen, dass zu lange Wartezeiten keine bedauernswerten Einzellfälle seien. Bundesgesundheitsminister Gröhe kündigte an, bei den kassenärztlichen Vereinigungen Terminservicestellen einzurichten. Diese sollen für alle gesetzlich Krankenversicherten einen Facharzttermin innerhalb von 4 Wochen organisieren. Gleichzeitig sieht das Gesetz vor, dass Praxen in „überversorgten“ Regionen geschlossen werden. Dieses Vorhaben stößt bei den Ärzteverbänden auf heftige Kritik. Das Versorgungsstärkungsgesetz wird gegenwärtig im Bundestag beraten.

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