Rekord-Hoch: Eine Milliarde Euro mehr für Medikamente

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel stiegen 2014 um fast 10 Prozent auf mehr als 35 Milliarden Euro.

Kapseln Bunt Medikamente

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen sind im vergangenen Jahr auf ein Rekordhoch gestiegen. Insgesamt zahlten sie für verschreibungspflichtige Medikamente 35,4 Milliarden Euro. Das sind gut 3,5 Milliarden Euro oder fast 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Gesamtmenge der verordneten Arzneimittel stieg dabei laut Arzneimittelverordnungsreport nur um 1 Prozent. Dies machte sich durch gut 333 Millionen Euro bemerkbar. Der weitaus größte Anteil an der Kostensteigerung entfiel demnach aber auf kleinere Herstellerrabatte und besonders teure Medikamente.

Die Herstellerrabatte sinken infolge des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (Amnog). Dieses Gesetz sieht vor, dass die Hersteller den Krankenkassen im vergangenen Jahr einen Rabatt von 6 bis 7 Prozent einräumten. 2013 lag dieser Herstellerrabatt noch bei bis zu 16 Prozent.

Mehr als 10.000 Euro pro Packung

Außerdem steigen die Arzneimittelausgaben für neue Medikamente. Das sind Medikamente, für die die Hersteller einen Patentschutz geltend machen können und die daher nicht von anderen Anbietern als sogenannte Generika kopiert werden dürfen. Im vergangenen Jahr kamen 46 dieser neuen Medikamente auf den Markt. Auch das ist ein neuer Rekord. Nach Angaben des Arzneimittelverordnungsreportes kosten mindestens 8 dieser Medikamente mehr als 10.000 Euro pro Packung.

Dabei ist der zusätzliche Nutzen dieser Medikamente für die Patienten nach Einschätzung vieler Experten nicht ausreichend nachgewiesen. Die Techniker Krankenkasse bescheinigt den neuen Medikamenten des Jahrgangs 2012 beispielsweise im Innovationsreport 2015, dass nur eines von 20 neuen Medikamenten einen tatsächlichen Nutzen für die Patienten bringe.

424 Millionen für Hepatits-C-Wirkstoff Sofosbuvir

Alleine 424 Millionen Euro zahlten die Krankenkassen im vergangenen Jahr für den neuen Wirkstoff Sofosbuvir. Die Therapie der Leberentzündung vom Typ Hepatitis C  mit diesem Medikament (Arzneimittelname Sovaldi) kostete für einen Patienten 60.000 Euro. In der Zwischenzeit haben Krankenkassen und Hersteller sich darauf verständigt, den Preis pro Sovaldi-Tablette um gut 25 Prozent zu senken.

Autor: Charly Kahle

Stand: 09.11.2015

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