DKV-Report 2015: Deutsche sitzen viel zu lange

Junge Erwachsene sitzen bis zu 9 Stunden am Tag. Und Kinder ahmen das Verhalten der Erwachsenen nach. Der Bewegungsmangel mache die Menschen krank, warnt die Deutsche Krankenversicherung im DKV-Report 2015.

Paar fährt Fahrrad

Eine Viertelstunde leichte körperliche Bewegung empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das schafft in Deutschland nur jeder Zweite. „Wir sind ein Volk der Sitzenbleiber geworden“, sagte Clemens Muth, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenversicherung (DKV) am Montag (26. Januar) bei der Vorstellung des DKV-Gesundheitsreportes 2015. Das dauerhafte Sitzen habe weitreichende Folgen für Fett- und Blutzuckerstoffwechsel, so Muth. Dies gelte für Erwachsene wie für Kinder.

„Kinder wachsen im Sitzen auf“

"Kinder wachsen praktisch im Sitzen auf und kopieren den ungesunden Lebensstil ihrer Eltern", so Muth weiter. Hauptgründe für das Sitzen bei Kindern in der Freizeit: Fernsehen und Computerspiele. Fast alle Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren (93 Prozent) sehen täglich fern. Nur ein kleiner Anteil (25 Prozent) sieht weniger als eine Stunde/Tag fern. Vor allem an Wochenende sitzen 80 Prozent der Kinder länger als eine Stunde vor der Mattscheibe, 20 Prozent sogar mehr als 3 Stunden. Zu den Fernsehzeiten kommen die für Computerspiele hinzu.

Der DKV-Gesundheitsreport 2015 beruht auf telefonischen Interviews mit mehr als 3000 Versicherten der Krankenkasse. Für den diesjährigen Report wurden außerdem erstmals 300 Eltern zum Gesundheitsverhalten und der Mediennutzung ihrer Kinder befragt.

Frauen und Ältere achten mehr auf die Gesundheit

Mehr als die Hälfte aller Befragten (57 Prozent) bezeichnet den eigenen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut. Ob Bewegung, Ernährung, Rauchen oder Alkohol: Nur eine kleine Minderheit (11 Prozent) meidet die wichtigsten Risikofaktoren. Frauen (14 Prozent) leben im Durchschnitt gesundheitsbewusster als Männer (9 Prozent). Auch das Alter spielt offenbar eine wichtige Rolle: Ab dem 45. Lebensjahr steigt der Anteil der Menschen, die Risikofaktoren bewusst meiden, auf bis zu 15 Prozent (über 65jährige).

Weniger Alkohol, mehr Raucher

Die Zahl der Deutschen, die zu viel Alkohol trinken, hat sich im Vergleich mit dem DKV-Report leicht verringert. 2012 tranken noch 16 Prozent mehr als gesundheitlich unbedenklich. Inzwischen ist der Anteil auf 13 Prozent gesunken. Leicht ansteigend ist hingegen der Anteil der Raucher. Er stieg bei den Befragten dieser Studie in den vergangnen 2 Jahren von 22 auf 24 Prozent.

Gesunder Lebensstil ist die beste Vorsorge

Tatsächlich ist ein gesunder Lebensstil die beste Vorsorge von Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen. Regelmäßige Bewegung, eine fettarme abwechslungsreiche Ernährung, der Verzicht aufs Rauchen und nur mäßiger Alkoholgenuss senken das Risiko für Diabetes, Koronare Herzkrankheit oder Herzinfarkt erheblich – und das sogar bei bereits bestehenden Schädigungen von Organen.

Berliner leben am ungesündesten

Laut DKV-Report leben die Menschen in Berlin am ungesündesten. Frohböse erklärt das mit der besonders hohen Anzahl von Rauchern und einem vergleichsweise hohen Alkoholkonsum. Am gesündesten leben laut Studie die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern.

Autor: Charly Kahle

Stand: 02.02.2015

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