Zahl der Diabetes-Erkrankungen wächst am schnellsten

Auch Alzheimer und Medikamenten-Kopfschmerz verbreiten sich weltweit besonders stark. Depressionen verursachen inzwischen die zweitmeisten Krankheitsjahre.

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In den vergangenen knapp 25 Jahren hat sich die Zuckerkrankheit, der Diabetes, weltweit besonders stark verbreitet. Zwischen 1990 und 2013 stieg die Krankheitsdauer vor allem durch die Zunahme des erworbenen Diabetes vom Typ 2 um 136 Prozent. Fast genau so stark war der Zuwachs nach Angaben der Fachzeitschrift Lancet bei schmerzmittelbedingten Kopfschmerzen (plus 120 Prozent). Platz drei der Krankheiten mit der stärksten Zunahme der Krankendauer nimmt Alzheimer ein. Die Krankheitsjahre durch die Demenz nahmen um 92 Prozent zu.

Insgesamt stieg die Zahl der Krankheitsjahre weltweit von 538 Millionen (1990) auf 765 Millionen (2013). Dieser Zuwachs verwundert nicht: Die Zahl der Menschen hat in dieser Zeitspanne stark zugenommen und die Lebenserwartung ist – unter anderem dank besserer medizinischer Versorgung - stark gestiegen. Dieser Effekt ist in den Schwellenländern besonders stark ausgeprägt. Aber auch in den Industrieländern werden die Menschen immer älter. Selbst sehr kranke Menschen profitieren: Das durchschnittliche Sterbealter von Krebspatienten ist in den vergangenen 30 Jahren deutlich gestiegen.

Depressionen klettern auf Platz 2

Auf Platz eins der weltweit häufigsten Erkrankungen stehen nach wie vor Rückenschmerzen. Sie verursachten im Jahr 2013 insgesamt 72 Millionen Krankheitsjahre. Schon auf Platz 2 folgt mit Depressionen (52 Millionen Krankheitsjahre) eine psychische Erkrankung. Bislang nahm die Eisenmangelanämie diesen Platz ein, firmiert nun aber immer noch als Erkrankungen mit der dritthöchsten Erkrankungsdauer.

Rückenschmerzen, Angststörungen sowie Suchterkrankungen machen nach Angaben der Ärztezeitung inzwischen gut die Hälfte aller Krankheitszeiten aus. Dabei haben sich die Rangfolge der Erkrankungen aber kaum verändert. Migräne steht demnach an sechster Stelle, dahinter folgen unter anderem Angststörungen (9) und Schizophrenie (11).

Den starken Zuwachs der psychischen Erkrankungen weltweit erklären Experten vor allem mit dem zunehmenden Leistungsdruck in vielen Gesellschaften.

Das besonders starke Wachstum bei Diabetes begründeten Diabetologen vor allem mit dem wachsenden Wohlstand und dem damit einhergehenden Übergewicht, dass durch einschneidende Veränderungen der Essgewohnheiten und fortschreitenden Bewegungsmangel begünstigt werde.

Autor: Charly Kahle

Stand: 02.11.2015

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