Bluthochdruck: Mittelwert sinkt

Fast jeder 3. Erwachsene in Deutschland hat einen zu hohen Blutdruck. Damit hat sich die Anzahl seit 1998 kaum verändert. Fortschritte gibt es dennoch: Der durchschnittliche Blutdruck ist nach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) deutlich gesunken.

Blutdruckmessgerät

Fast jeder 3. Erwachsene in Deutschland hat einen zu hohen Blutdruck. Damit hat sich die Zahl der Fälle von Hypertonie seit 1998 kaum verändert. Fortschritte gibt es aber dennoch: Der durchschnittliche Blutdruck ist nach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) deutlich gesunken – und die Zahl der Menschen mit optimalem Blutdruck ist deutlich gestiegen.

Diese Angaben stammen aus einer Analyse des RKI. Dafür haben die Forscher Daten aus dem Bundesgesundheitssurvey von 1998 mit denen aus der Studie „Gesundheit der Deutschen 2008 bis 2011“ (DEGS1) verglichen.

Im Mittel 5 mmHg geringerer Blutdruck

Im Durchschnitt hat sich Bluthochdruck um 5 Millimeter auf der Quecksilbersäule (5 mmHg) verringert. Der Mittelwert sank nach Angaben des RKI für den systolischen Blutdruck von 129 auf 124 mmHg, für den diastolischen Blutdruck von 78 auf 73 mmHg.

Ausgeprägte Effekte auf Schlaganfall und KHK

Für einen einzelnen Menschen sind Schwankungen des Blutdrucks um 5 mmHg in aller Regel ohne medizinische Bedeutung. Ganz anders stellt sich die Situation dar, wenn man die sogenannten Bevölkerungsmittelwerte betrachtet.  Nach Angaben des RKI macht sich schon ein um 2 mmHg verringerter Blutdruckmittelwert enorm positiv bemerkbar. Die Sterblichkeit von Schlaganfällen falle um 10 Prozent und die Todesrate von koronarer Herzkrankheit um 7 Prozent. Ein geringerer Bevölkerungsmittelwert für den Bluthochdruck rettet also viele Leben.

Immer mehr Menschen mit optimalem Blutdruck

Die Aufklärung über die Gesundheitsrisiken des Bluthochdrucks trägt offenbar Früchte. Immer mehr Menschen haben einen optimalem Blutdruck im Bereich unter 120/80 mmHg. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung bei Frauen. Hier stieg der Anteil von 25 auf 75 Prozent.  Bei den Männern hat sich die Quote vervierfacht – gleichzeitig hinken sie den Frauen aber hinterher: Etwa 40 Prozent der Männer haben optimalen Blutdruck. 1998 waren es 10 Prozent.

Hypertonie immer öfter erfolgreich behandelt

Die Senkung des Bevölkerungsmittelwertes für den Bluthochdruck geht ganz wesentlich auch darauf zurück, dass sich die Zahl der Hypertonie-Behandlungen verdoppelt hat (von 25 der Betroffenen auf 50 Prozent).  In 70 Prozent aller Hypertonie-Therapien sinkt der Blutdruck inzwischen unter den als Hochdruck-Schwelle definierten Wert von 140/90 mmHg. 1998 waren nur 42 Prozent der Behandlungen so erfolgreich.

Aufklärung tut weiter not

Die Zahlen der RKI-Analyse verdeutlichen aber auch: Die Aufklärung über Bluthochdruck dringt nicht zu allen Deutschen vor. Etwa 20 Prozent der Erwachsenen mit Bluthochdruck wissen nicht um ihre Erkrankung. Und junge Männer besonders wenig über die Risiken: Bei ihnen ist der mittlere Blutdruckwert im Beobachtungszeitraum sogar gestiegen.

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