Ängste fördern Häufigkeit von Nebenwirkungen

Eine Hamburger Studie an Frauen mit Brustkrebs belegt: Wer Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie erwartet, wird öfter und stärker unter ihnen leiden.

Anpassungsstöung

Die Erwartungshaltung hat offenbar einen sehr großen Einfluss auf die Häufigkeit und Schwere von Nebenwirkungen der medikamentösen Behandlung nach einer Brustkrebsoperation. Laut einer neuen Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf treten Nebenwirkungen fast doppelt so häufig auf, wenn Patientinnen diese vor Behandlungsbeginn schon befürchten.

Eine Forschergruppe unter Leitung von Prof. Dr. Yvonne Nestoriuc vom Institut und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hatte im Brustkrebszentrum der Universität Marburg 111 Frauen befragt, die nach einer Brustkrebsoperation mit Medikamenten nachbehandelt wurden. Die Befragungen erfolgten vor Beginn der Hormontherapie, nach 3 Monaten und nach 2 Jahren.

Das Ergebnis: Die Frauen, die schon vor Behandlungsbeginn Nebenwirkungen erwartet hatten, berichteten fast doppelt so oft vom Nebenwirkungen wie Frauen, die mit einer positiven Erwartungshaltung in die medikamentöse Nachbehandlung gegangen waren.

Nach Ansicht von Prof. Nestoriuc belegen die Ergebnisse eindeutig, dass individuelle Erwartungen die Schwere und Häufigkeit von Nebenwirkungen beeinflussen. Daraus ergebe sich ferner, dass eine gezielte psychologische Begleitung der Hormontherapie nach Brustkrebsoperationen notwendig sei. Denn Nebenwirkungen seien ein wesentlicher Faktor, der dazu beitrage, dass Frauen die Hormontherapie abbrechen und damit ihre  Überlebenschancen schmälern.

Gegenwärtig untersucht die Forschergruppe, mit welchen Mitteln die Erwartungen von Patientinnen am besten positiv beeinflusst werden können. In der Erprobung sind unter anderem psychologische und medizinische Beratung und Information sowie die Vermittlung von Strategien, mit denen Nebenwirkungen ohne großen Einfluss auf die Lebensqualität zu bewältigen sind.

Autor: Charly Kahle

Stand: 05.09.2016

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