Patienten haben Anspruch auf Medikationsplan

Seit dem 1. Oktober 2016 müssen Krankenhäuser und Ärzte ihren Patienten bei Entlassung oder Verschreibung einen schriftlichen Medikationsplan aushändigen, wenn diese regelmäßig täglich 3 oder mehr Medikamente einnehmen.

Medikationsplan

Gut ein Viertel der Deutschen nimmt täglich 3 oder mehr Medikamente ein. Seit dem 1. Oktober 2016 sind Krankenhäuser und  Ärzte gesetzlich verpflichtet, diesen Patienten einen sogenannten Medikationsplan aushändigen.  Ziel des Medikationsplans ist es, die Arzneimitteltherapiesicherheit zu verbessern und häufig tödliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen bei der Einnahme mehrerer Medikamente besser in den Griff zu bekommen. Denn noch immer sterben in Deutschland viele Menschen an den Folgen von Arzneimittelwirkungen.

 

Gefährliche Wechselwirkungen zwischen Medikamenten

Medikamente haben einen wesentlichen Anteil daran, dass wir immer älter werden - und diese Lebenszeit in den allermeisten Fällen auch genießen können. Wer aber mehrere Medikamente täglich einnehmen muss, geht zwangsläufig Risiken durch mehr Neben- und Wechselwirkungen ein. Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) bekommt mehr als die Hälfte der Deutschen über 70 mindestens 3 Medikamente pro Tag. Besonders kritisch ist das, wenn nicht alle an der Behandlung Beteiligten den kompletten Überblick über die Medikation und die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Arzneimitteln haben. Dann kommt es bislang noch viel zu oft dazu, dass die Mehrfachmedikation sogar tödliche Wirkung entfaltet.

Medikationsplan zur Vermeidung von Risiken und Folgeschäden

Dem soll der Medikationsplan ein Ende bereiten. Indem alle an der Behandlung beteiligten Fachkräfte einen kompletten Überblick bekommen, lassen sich Fehl- und Mehrfachverschreibungen deutlich leichter erkennen und vermeiden. Der Medikationsplan ist aber nur ein Schritt auf dem Weg zu mehr Arzneimitteltherapiesicherheit. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse nehmen gut 2 Millionen deutsche Rentner verschreibungspflichtige Medikamente ein, die unnötige Risiken mit sich bringen für Folgeschäden wie Stürze, Nierenschäden oder Magenblutungen. Das entspreche einem Anteil von 18,9 Prozent. Vor gut 8 Jahren (2008) lag dieser Anteil laut TK noch bei 21,7 Prozent.

Darüber hinaus weisen viele Experten darauf hin, dass mehr Aufklärung über den Gebrauch von Medikamenten notwendig sei. Häufig nähmen Patienten Medikamente noch ein, wenn das Ziel der Therapie schon erreicht sei. Aber auch das Gegenteil sei noch zu oft der Fall, wenn Patienten notwendige Arzneien nicht oder nicht nach Weisung einnähmen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 04.10.2016

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