Was sind typische Symptome und Verlauf von COVID-19-Lungenentzündungen?

Bei einem ungünstigen Verlauf der neuartigen Lungenkrankheit COVID-19 kommt es zu einer sogenannten atypischen Lungenentzündung. Bei einem schweren Verlauf kann die Lunge vollständig versagen. Eine lebensbedrohliche Komplikation der atypischen Lungenentzündung ist eine Blutvergiftung (Sepsis).

Lungenultraschall

Symptome atypischer Lungenentzündungen entwickeln sich meist langsam

Infektionen mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 sind so gefährlich, weil sie in bis zu 20 Prozent der Fälle eine atypische Lungenentzündung verursachen. Atypisch nennen Mediziner diese Form der Lungenentzündung, weil sie nicht – wie sonst in den meisten Fällen – durch eine Infektion mit Bakterien verursacht wird. Bakteriell bedingte Lungenentzündungen werden als typische Pneumonie bezeichnet. Die häufigsten Verursacher sind Bakterien wie Pneumokokken und Haemophilus influenza B (HiB).

Eine atypische Lungenentzündung wie bei COVID-19 entwickelt sich in der Regel langsamer als eine typische Lungenentzündung. Bei COVID-19-Lungenentzündungen sind meistens beide Lungenflügel betroffen. Infolge der Infektion schwillt die Lunge an und es sammelt sich Flüssigkeit. Die Ursache: Im Kampf gegen die Viren erzeugen Abwehrzellen des körpereigenen Immunsystems (Lymphozyten) bestimmte Eiweiße (Zytokine), die eine Entzündungsreaktion im Lungengewebe auslösen. Dabei strömt Flüssigkeit in die Lungenbläschen (Alveolen) ein. Durch die Kombination von entzündeten Zellen und Flüssigkeitseintritt in die Bläschen gelangt weniger Sauerstoff ins Blut. Zugleich wird auch weniger verbrauchtes Kohlendioxid aus dem Blut über Lunge und Atemluft abgegeben. Atemnot, Blässe und andere Symptome sind die Folge. Schreitet dieser Prozess unbehandelt fort, kommt es zu einem langsamen und qualvollen Erstickungstod.

Sepsis als lebensbedrohliche Komplikation von Covid-19

Eine lebensgefährliche Komplikation der COVID-19-Lungenentzündung ist die Sepsis, die umgangssprachlich auch als Blutvergiftung bezeichnet wird. Sepsis ist ein sehr gefährlicher Zustand. Im Verlauf einer Blutvergiftung versagen immer mehr lebenswichtige Organe. Ein solches Multiorganversagen endet ohne Behandlung tödlich. Selbst bei maximaler Intensivmedizin überleben etwa 40 Prozent der Erkrankten die Sepsis nicht.

Lungenschäden möglicherweise auch nach einem milden Verlauf

Möglicherweise verursachen auch mild verlaufende Infektionen mit SARS-CoV-2 bleibende Lungenschäden. In den Medien oft zitiert wird eine kleine Studie des Princess Margaret Hospitals in Hongkong, bei der die Lungenkapazität der Patientinnen und Patienten nach der Heilung eingeschränkt und die Lunge – möglicherweise durch Lungenfibrome – geschädigt war. Bislang ist aber nicht klar, ob die Lungenfunktionseinschränkungen durch die COVID-19-Lungenentzündung verursacht wurden oder beispielsweise nicht schon vor der Coronainfektion bestanden.

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