Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)

Die Traubensilberkerze ist eine Heilpflanze, der Effekte gegen Wechseljahresbeschwerden zugesprochen werden. Hier finden Sie mehr zu Wirkstoffen, Anwendung und Nebenwirkungen von Traubensilberkerze.

Traubensilberkerze

Viele Frauen greifen bei Regelbeschwerden oder in den Wechseljahren gerne zu pflanzlichen Arzneien. Sie erhoffen sich positive Effekte der pflanzlichen Hormone (Phytohormone) – ohne die Nebenwirkungen von klassischen Hormonpräparaten. Ob Traubensilberkerze, Mönchspfeffer, Sägepalme und Ko. tatsächlich eine empfehlenswerte Alternative zu klassischen Medikamenten sind, ist unter den Experten - mitunter heftig - umstritten.

Heilpflanze Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) in Kürze

  • greift über östrogenähnliche Wirkstoffe in den weiblichen Hormonhaushalt ein, mindert Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche
  • kann schwere Leberschädigungen verursachen, entsprechender Warnhinweis seit 2009 gesetzlich vorgeschrieben
  • idealerweise nur in Rücksprache mit dem Arzt anwenden; Selbstbehandlung nicht länger als 3 Monate
  • bei Magen-Darm-Beschwerden, Verfärbungen des Urins oder anderen auffälligen Veränderungen das Mittel absetzen und den Arzt aufsuchen
  • Anwendungsgebiete: Wechseljahresbeschwerden, prämenstruelles Syndrom und Regelschmerzen.

Leberschäden möglich

Jenseits der Wirksamkeitsdebatte um die Traubensilberkerze ist eines nicht umstritten: Die Heilpflanze mit dem lateinischen Namen Cimicifuga racemosa kann schwere Leberschäden verursachen. Seit 2009 müssen Medikamente mit Traubensilberkerze deshalb einen entsprechenden Warnhinweis haben.

Auch auf die Gebärmutterschleimhaut wirkt Traubensilberkerze möglicherweise ungünstig. Studien weisen darauf hin, dass es in etwa 3 Prozent der Fälle nach der Anwendung zu einem vermehrten Wachstum der Zahl der Gebärmutterschleimhautzellen (Endometriumhyperplasie) kommt.

Wirkweise von Traubensilberkerze

Wie bereits erwähnt, ist die Wirkung von Traubensilberkerze bei Wechseljahresbeschwerden oder anderen Regelbeschwerden umstritten. Das Erklärungsmodell für die Wirkweise beruht auf den in Wurzelstöcken enthaltenen Substanzen. Vor allem den Triterpenen wie Actein und Cimifugosid werden regulierende Einflüsse auf den Hormonhaushalt zugeschrieben. Im Gegensatz zu synthetischen Östrogenen greifen die Triterpene der Traubensilberkerze nicht direkt in den Östrogenhaushalt ein. Deshalb rufen sie auch nicht die Neben- und Wechselwirkungen hervor, die beim Einsatz von synthetisch hergestellten Östrogenen auftreten.

In Laborversuchen konnte zudem eine Wirkung auf die Temperaturregulierung nachgewiesen werden. Ob Traubensilberkerze deshalb tatsächlich nächtliche Schweißausbrüche und Hitzewallungen mindert, bleibt nachzuweisen.

Fachärzte: Keine Alternative zur Hormonersatztherapie

Die Skepsis gegenüber Cimicifuga racemosa bei Wechseljahresbeschwerden insgesamt bleibt verbreitet. Die deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sieht in der Traubensilberkerze keine Alternative zu einer klassischen Hormonersatztherapie. Die Fachärzte verweisen darauf, dass aktuelle Hormonersatztherapien sehr individuell auf die einzelne Patientin zugeschnitten werden könnten. Der Nutzen einer so angepassten Therapie überschreite daher das Risiko der Nebenwirkungen.

Dennoch gibt es mehrere Studien, die den Behandlungserfolg mit Traubensilberkerze in den Wechseljahren belegen. Der bestmögliche Therapieerfolg soll erreicht werden, wenn die Einnahme der Traubensilberkerze frühzeitig erfolgt (spätestens 1 Jahr nach Einsetzen der Beschwerden).

Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Anwendungsverbote

Die langfristige Einnahme von Traubensilberkerze steht im Verdacht, schwere Leberschäden zu verursachen. Besprechen Sie daher mit Ihrem Arzt, ob eine Behandlung mit der Heilpflanze für Ihre Beschwerden infrage kommt. Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei jedweden Beschwerden ohne klar erkennbar harmlose Ursache zum Arzt zu gehen.

Die Selbstbehandlung mit Traubensilberkerze sollte nach Expertenmeinung auf höchstens 3 Monate beschränkt bleiben. Bei einer Gelbfärbung der Haut, dunklem Urin, Schmerzen im Oberbauch oder Appetitlosigkeit während der Behandlungszeit die Traubensilberkerze bitte umgehend absetzen und zum Arzt gehen. Das gilt auch bei vaginalen Blutungen außerhalb des Regelzyklus oder nach der Menopause.

Leichte Nebenwirkungen von Traubensilberkerze sind Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen. Allgemein aber gilt die Traubensilberkerze als sehr verträglich.

Gegenanzeigen

In der Schwangerschaft, der Stillzeit, bei Leberschäden und bei Tumoren, deren Wachstum durch Östrogene bedingt ist, darf Traubensilberkerze nicht angewendet werden. Zudem wird davon abgeraten, Traubensilberkerze zusammen mit synthetischen Östrogenen einzunehmen.

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Verwendung von Östrogenen und Traubensilberkerze kann die Wirkung der Östrogene verstärken.

Wirkdosis von Cimicifuga

Der Wirkstoff in Cimicifuga wird aus den Wurzelstöcken der Traubensilberkerze gewonnen und zu Trockenextrakten, Fluidextrakten oder Tinkturen verarbeitet. Die wirksame Dosis liegt bei 40 mg pro Tag. Das entspricht bei Fluidextrakten 40 mg, bei Tinkturen 200 mg pro Tag.

Trockenextrakte haben einen sehr unterschiedlichen Wirkstoffgehalt, meist zwischen 4,2 und 7,5 mg. Die Tagesdosis für Zubereitungen aus Trockenextrakt entnehmen Sie bitte dem Beipackzettel des jeweiligen Präparates.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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