Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Spitzwegerich ist ein sehr gut verträgliches und wirksames pflanzliches Heilmittel bei Halsschmerzen und Hustenreiz sowie kleinen Wunden.

Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Bei Hustensaft denken die meisten Menschen an Efeu, Eibisch oder Thymian. Spitzwegerich aber gehört zu den weniger bekannten Heilpflanzen. Dabei hat Plantago lanceolata, so der lateinische Name des Spitzwegerichs, wenn es auf die Wirkung gegen Reizhusten und Halsschmerzen mehr Prominenz verdient. Die Heilpflanze hat keine Nebenwirkungen und ist in allen Lebenslagen gut verträglich.

Spitzwegerich dämpft aber nicht nur die genannten Erkältungssymptome. Er pflegt auch die Haut und hilft verletzter Haut, schneller zu regenerieren.

Im jüngsten Medikamententest der Stiftung Warentest vom August 2014 schneidet Spitzwegerich als Hustenmittel vergleichsweise gut ab. Es wird als „mit Einschränkung geeignet“ eingestuft. Die Einschränkung bezieht sich darauf, dass die Tester gerne weitere Studien zur Beurteilung der Wirksamkeit sähen.

Vor allem wegen seiner antibiotischen und blutungsstillenden Eigenschaft ist Spitzwegerich die Heilpflanze des Jahres 2014.

Heilpflanze Spitzwegerich in Kürze

  • lindert Halsschmerzen, mindert Hustenreiz, bekämpft Bakterien und Entzündungen; zusammenziehende (adstringierende) Wirkung bei Hautverletzungen
  • sehr gut verträglich, keine Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder Gegenanzeigen bekannt
  • Aufbereitung der ganzen Pflanze (ohne Wurzel), häufig in Hustensäften, aber auch als Tee und für Umschläge oder Inhalationen
  • Anwendungsgebiete: Reizhusten (trockener Husten), Halsschmerzen, Entzündungen der Mund- oder Rachenschleimhaut, unterstützende Behandlung bei kleinen Verletzungen wie Insektenstichen, aber auch bei Neurodermitis (äußere Anwendung)

Wirkweise von Spitzwegerich

Wie bei vielen anderen Heilpflanzen auch, sind nicht alle Wirkweisen des Spitzwegerichs wissenschaftlich exakt untersucht. Einig sind die Experten, dass die Schleimstoffe im Spitzwegerich Halsschmerzen und Hustenreiz wesentlich lindern. Diese Schleimstoffe bestehen aus langkettigen Mehrfachzuckern, die bis zu 6,5 Prozent der Masse des Spitzwegerichs ausmachen.

Die positiven Effekte bei der Wundheilung erklären sich durch zwei Wirkweisen. Die Gerbstoffe im Spitzwegerich sorgen dafür, dass sich die Haut zusammenzieht (adstringierende Wirkung), was Blutungen stillt und die Haut besser heilen lässt. Die leicht antibiotische Wirkung weiterer Inhaltsstoffe wie Aucubin unterstützt die Wundheilung außerdem. Zerdrückte Spitzwegerichblätter auf Insektenstichen lindern Schwellung und Juckreiz.

Spitzwegerich anwenden

Am einfachsten ist die Anwendung von Spitzwegerich, wenn Sie entsprechende Säfte, Sirup oder Tees fertig kaufen. Sie finden eine reichhaltige Auswahl an Präparaten mit Spitzwegerich als einzelnem Wirkstoff oder Bestandteil einer Kombination.

Spitzwegerich-Tee und Sirup selbst herstellen

Sie können Spitzwegerich auch selbst sammeln und verarbeiten. Die Heilpflanze wächst an Wegrändern und auf Wiesen. Am wirkungsvollsten ist Spitzwegerich, wenn Sie ihn im Frühjahr und Frühsommer vor der Blüte (Mai bis September) sammeln. Die Pflanze lässt sich leicht an der Luft trocknen. Das getrocknete Kraut dann schneiden und luftdicht und lichtgeschützt aufbewahren.

Rezept für Spitzwegerich-Tee

2 TL geschnittenen und getrockneten Spitzwegerich auf 250 ml kochendes Wasser, 15 Minuten ziehen lassen und dann abgießen. Um den bitteren Geschmack zu mindern, mit Honig süßen. 2 bis 3 Tassen täglich mindern Reizhusten und Halsschmerzen in der Regel binnen 2 Tagen.

Die Schleimstoffe des Spitzwegerichs nutzen Sie besser, wenn Sie einen Kaltansatz verwenden. Dazu einfach 2 bis 4 g geschnittene Spitzwegerichblätter in 200 ml kaltem Wasser ansetzen. Nach 2 Stunden abseihen und kurz aufkochen lassen. Den Tee dann langsam und in kleinen Schlucken trinken.

Spitzwegerich-Sirup

5 EL Spitzwegerich mit 500 ml Wasser aufkochen, dann 30 Minuten ziehen lassen. Den Sud abgießen und nochmals bis etwa auf die Hälfte einkochen lassen. Wenn der eingekochte Spitzwegerich-Sud auf ca. 40 Grad abgekühlt ist, 150 Gramm Honig dazugeben. Umrühren, bis der Honig sich aufgelöst hat. Den Sirup in lichtgeschützte Flaschen abfüllen und kühl lagern.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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