Schafgarbe, Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium)

Es wird ungeklärt bleiben, ob der griechische Held Achilles tatsächlich Namensgeber für Achillea millefolium ist. Und die Gemeine Schafgarbe zählt auch nicht zu den weithin bekannten „Helden“ unter den Heilpflanzen. Nichtsdestotrotz hat sie einen festen Platz in der pflanzenmedizinischen Behandlung von Verdauungsbeschwerden. Schafgarbe regt den Appetit an. Auch entkrampft sie die Muskulatur des Leibes – vom Magen über den Bauch bis in den Unterleib.

Deshalb lindert Schafgarbe nicht nur Magen-Darm-Symptome, sondern auch krampfbedingte Regelschmerzen. Schließlich hemmt Schafgarbe das Wachstum von krankmachenden Keimen und kann so Entzündungen lindern.

Heilpflanze Schafgarbe in Kürze

  • stimuliert den Gallenfluss, entkrampft Magen und Darm, regt den Appetit an, wirkt keimtötend und zusammenziehend, lindert Blähungen
  • keine Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder Gegenanzeigen bekannt (Ausnahme: Allergie auf Korbblütler)
  • Anwendungsgebiete:Magen-Darm-Beschwerden wie krampfbedingte Magenschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Appetitlosigkeit, krampfbedingte Regelschmerzen, unterstützende Behandlung bei entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes.

Wirkstoffe der Schafgarbe

Die wertvollen Inhaltsstoffe der Schafgarbe stecken in den oberirdischen Teilen der Pflanze. In einigen Regionen werden nur Blüten und Blätter der Heilpflanze verwendet.

Die arzneilich wirksamen Bestandteile sind ätherisches Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe, verschiedene Mineralien wie Kalium und Selen sowie weitere sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide). Der hohe Kaliumgehalt von Schafgarbe zeitigt einen gewissen harntreibenden Effekt. Die Bitterstoffe werden vor allem für die appetitanregende Wirkung verantwortlich gemacht.

Typische Bestandteile des ätherischen Öles sind neben Campher und Cineol unter anderem Sesquiterpene, von denen viele als entzündungshemmend bekannt sind.

Insgesamt regen die Inhaltsstoffe die Ausschüttung von Verdauungssekreten an (vor allem die Gallenproduktion). Bei krampfartigen Beschwerden im Bereich des Magens und des Unterleibes sorgen sie für eine Entspannung der entsprechenden Muskulatur.

Nebenwirkung nur bei Schafgarben-Allergie

Schafgarbe gilt als sehr gut verträgliche Heilpflanze. Menschen mit einer Schafgarben-Allergie oder Korbblütler-Allergie reagieren allerdings oft mit Hautausschlägen auf Schafgarbe-Produkte. Das gilt auch für Tees oder Sitzbäder. Bei solchen allergischen Reaktionen ist das Mittel sofort abzusetzen. Bilden sich die Symptome nicht von selbst schnell zurück, ist ein Arztbesuch angeraten.

Weitere Anwendungsverbote, Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen von Schafgarbe sind nicht bekannt.

Schafgarbe sammeln und anwenden

Schafgarbe wächst in ganz Mitteleuropa. Man findet die genügsame Heilpflanze sogar auf dem Grünstreifen von Hauptverkehrsstraßen in den Städten. Für Tees oder Badezubereitungen aus selbst gesammelter Schafgarbe sind Pflanzen aus dem ländlichen Raum aber die bessere Wahl.

Rezept für Schafgarben-Tee

2 gehäufte TL getrocknete oder frische Schafgarbe mit 250 ml heißem Wasser übergießen. 15 Minuten ziehen lassen und abgießen. 2 bis 3 Tassen lauwarmer Schafgarben-Tee lindern Verdauungsbeschwerden und regen den Appetit an.

Schafgarben-Bad

Vor allem bei krampfbedingten Regelschmerzen von jungen Frauen haben sich Vollbäder und Sitzbäder mit Schafgarbe bewährt. Für das Vollbad etwa 75 Gramm Schafgarbe mit 1 l kochendem Wasser übergießen und 20 Minuten ziehen lassen. Abgießen und den Sud in ein lauwarmes Vollbad geben. Für ein Sitzbad verwenden Sie ein Drittel der angegebenen Menge.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017