Weinlaub, Rotes Weinlaub (Vitis vinifera)

Rotes Weinlaub wird bei leichter Venenschwäche und oberflächlichen Krampfadern angewendet und belebt müde und schwere Beine. Hier finden Sie mehr zu Wirkstoffen, Anwendung und Nebenwirkungen von Weinlaub.

Rotes Weinlaub

Venenschwäche führt zu schweren Beinen, geschwollenen Knöcheln und verursacht mitunter starke Schmerzen. Rotes Weinlaub soll die Venenschwäche lindern, indem es die Venenklappen abdichtet und die Venenwände festigt. Eindeutig belegt ist diese Wirkung nicht. Nach Angaben von Ökotest gibt es nur eine klinische Untersuchung, die einen positiven Effekt bescheinigt. Ökotest hält – ähnlich wie andere Experten – bei Venenschwäche andere Heilpflanzen für deutlich besser wirksam, beispielsweise Rosskastanie.

Heilpflanze Rotes Weinlaub (Vitis vinifera) in Kürze

  • sollen Venen abdichten und Venenwände stärken, lindern so Beschwerden bei leichter Venenschwäche
  • Wirkung häufig erst nach einigen Wochen
  • Effekt weniger stark ausgeprägt als bei Rosskastanien
  • Selbstbehandlung kein Ersatz für ärztliche Therapie von Venenschwäche
  • Anwendungsgebiet: Beschwerden bei Venenschwäche im Stadium I und II, Beschwerden im Zusammenhang mit Krampfadern wie schmerzende und schwere Beine, äußerlich zur Behandlung von oberflächlichen Krampfadern und Besenreisern.

Inhaltsstoffe

Wesentliche Inhaltsstoffe von rotem Weinlaub sind die wirksamen Pflanzenfarbstoffe Rutin und Quercitrin. Außerdem finden sich Gerbstoffe, Anthocyane, Polyphenole, Mineralstoffe und Zucker.

Wirkung von rotem Weinlaub

Die genaue Wirkweise der Inhaltsstoffe gegen Venenschwäche ist nicht bekannt. Man vermutet, dass die Flavonoide Rutin und Quercitrin sowie die Gerbstoffe die Hauptrollen spielen. Die Flavonoide haben neben der gefäßabdichtenden Wirkung entzündungshemmende Eigenschaften und könnten so positiv auf Venenschwäche wirken.

Zudem verringern die Flavonoide, Anthocyane und Polyphenole des roten Weinlaubs die Bildung von entzündungsfördernden Botenstoffen. So werden die ohnehin schon geschädigten Gefäße nicht auch noch durch entzündliche Prozesse geschädigt.

Des Weiteren geht man davon aus, dass sich oligomere Proanthocyanidine (besser bekannt als OPC) des roten Weinlaubs mit Enzymen verbinden, die bei Entzündungen freigesetzt werden. Durch diese Verbindung werden die Enzyme unschädlich gemacht und Entzündungssymptome verringert.

Gerbstoffe verdichten die Oberflächen von Gewebe, indem sie es zusammenziehen. Durch eine gegerbte Venenwand könnte weniger Flüssigkeit ins Gewebe gelangen.

Anwendung von Weinlaub

Eine Selbstbehandlung mit Heilpflanzen wie rotem Weinlaub oder Rosskastanie sollte eine ärztlich verordnete Therapie begleiten – und nicht ersetzen. Ohnehin ist rotes Weinlaub nur bei gering ausgeprägter Venenschwäche geeignet.

Ob Tabletten oder äußerliche Anwendung:  Positive Auswirkungen zeigen sich häufig erst nach einigen Wochen der Anwendung. Darauf weisen die Hersteller in den Packungsbeilagen hin, nicht aber in der offensiven Werbung.

In Schwangerschaft und Stillzeit sollte rotes Weinlaub vorsichtshalber nicht angewendet werden. Es ist nicht nachgewiesen, dass die Wirkstoffe das Kind nicht schädigen könnten.

Nebenwirkungen

Bei der äußerlichen Anwendung kommt es zuweilen zu Juckreiz und Hautrötungen. Auf die Einnahme von rotem Weinlaub reagieren manchen Menschen mit Bauchschmerzen und Übelkeit.

Tee aus rotem Weinlaub

Übergießen Sie einen Teelöffel (3 bis 6 g) fein geschnittenes rotes Weinlaub mit 200 ml siedendem Wasser, nach 10 bis 15 Minuten abseihen und zwei- bis dreimal täglich eine Tasse Tee trinken.

Venenschwäche in den Beinen

Müde schmerzende Beine, geschwollene Knöchel, Besenreiser oder hervortretende Adern sind mögliche Symptome einer Venenschwäche. Diese Anzeichen sollten Sie ernst nehmen und von einem Arzt untersuchen lassen.

Bei Venenschwäche werden Beine und Füße schwer und dick. Die Schwellungen bilden sich, weil Wasser aus den Venen tritt und sich im Gewebe einlagert. Mediziner bezeichnen das als Ödem. Ödeme infolge von Venenschwäche sind vor allem im Bereich der unteren Extremitäten häufig. Das liegt daran, dass die Venen hier besonders stark arbeiten müssen, um das Blut wieder zum Herzen zu transportieren.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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