Pfefferminze (Mentha piperita)

Pfefferminze gehört zu den Heilpflanzen, die bei den meisten Menschen Erinnerungen an die Kindheit wecken. Ob Bauchschmerzen, Husten oder Schnupfen: Bei Erkältungssymptomen waren und sind Pfefferminztee und Einreibungen oder Inhalationen mit Pfefferminzöl nahezu unvermeidbar. Und das aus gutem Grund: Pfefferminze wirkt entzündungshemmend und löst den Schleim in den Atemwegen. Außerdem fördert sie die Verdauung und wirkt darüber hinaus noch leicht beruhigend. Kurzum: Bei Erkältungen oder Bauchschmerzen fördert sie den Heilungsprozess sanft und effektiv.

Auch als Schmerzmittel entfaltet Pfefferminzöl gute Wirkung. Die Stiftung Warentest bescheinigt dem Pfefferminzöl im August 2014, es könne eine Alternative zu herkömmlichen Kopfschmerzmitteln sein. Zugleich mahnt die Stiftung Warentest aber weitere Studien zur Schmerzlinderung durch Pfefferminze an.

Heilpflanze Pfefferminze in Kürze

  • regt die Verdauung und die Darmaktivität an, entkrampft und entspannt die Muskulatur, schleimlösend bei Erkältungskrankheiten, lindert Kopfschmerzen
  • bei Einnahme manchmal Übelkeit, Erbrechen oder Sodbrennen; gelegentlich Aufstoßen
  • Pfefferminzöl nicht bei Asthma (kann Asthmaanfälle auslösen) oder bestimmten Gallenproblemenanwenden; nie unverdünnt anwenden; für Babys und Kleinkinder nicht gut geeignet
  • Anwendungsgebiete: Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen oder Übelkeit; Reizdarmsyndrom; Spannungskopfschmerzen; Erkältungen; Husten; Schnupfen.

Menthol als wirksamer Bestandteil

Die wirksamen Bestandteile der Pfefferminze stecken in ihrem ätherischen Öl, das auch als Mentholöl bezeichnet wird. Ganz richtig ist die Bezeichnung Mentholöl aber nicht. Genau genommen ist Menthol nur einer der Bestandteile des Pfefferminzöls. Weitere Bestandteile sind beispielsweise sekundäre Pflanzenstoffe und Gerbstoffe wie Menthylacetat, Menthon und Menthofuran. Die Blätter der Pfefferminze enthalten bis zu 4 Prozent dieses ätherischen Öls.

Wirkung bei Magen-Darm-Beschwerden

Die genaue Wirkweise von Pfefferminzöl ist nicht geklärt. Pfefferminzöl fördert die Produktion von Gallensäuren und unterstützt so die Verdauung. Typische Anwendungsgebiete für Medikamente mit Pfefferminze sind daher Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl oder Blähungen sowie Störungen der Gallenfunktion. Bei einem Verschluss der Gallenwege oder einer entzündeten Gallenblase sollte jedoch kein Pfefferminzöl eingenommen werden. Außerdem entspannt Pfefferminze die Muskulatur des Darms. Das kann bei Reizdarmsyndrom lindernd wirken.

Schleimlösend und entspannend bei Erkältungen

Inhalationen mit Pfefferminzöl verbessern die Atemfunktion bei Erkältungen. Wie andere ätherische Öle löst Pfefferminzöl Schleim – und lindert so die Symptome von Husten und Schnupfen beispielsweise.Auch Einreibungen mit Pfefferminzöl entfalten die positive schleimlösende Wirkung.

Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen

Der durchblutungsfördernde und entspannende Effekt von Pfefferminzöl erklärt auch die Wirkung gegen Spannungskopfschmerzen. Viele Menschen massieren bei Kopfschmerzen etwas verdünntes Mentholöl auf die Schläfen und berichten von verblüffenden Erfolgen.  Zudem aktiviert Menthol die Kälterezeptoren in der Haut. Der daraus resultierende kühlende Effekt wird bei Kopf- und Nervenschmerzen häufig als angenehm empfunden. Darüber hinaus schätzen viele Sportler Pfefferminzöl, da es die Durchblutung der Muskulatur anregt.

Ätherische Öle für kleine Kinder wenig geeignet

So vielseitig Pfefferminze und Pfefferminzöl sind: Für Kinder bis zum 3. Lebensjahr sind mentholhaltige Öle nicht gut geeignet. Wenn die Bestandteile des Öls eingeatmet werden, können sie bei Babys und Kleinkindern Atemnot auslösen. Wenn Sie mentholhaltige Einreibungen verwenden: Bei kleinen Kindern nicht im Bereich des Gesichtes oder der Brust auftragen. Fragen Sie am besten Ihren Arzt oder Apotheker, ob ein Produkt für Ihr Kind geeignet ist.

Kaum unerwünschte Wirkungen

Ob Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder Anwendungsverbote: Pfefferminze hat kaum unerwünschte Effekte. Lediglich leichte Unverträglichkeitsreaktion treten selten auf, etwa Hautrötungen oder leichte Magen-Darm-Beschwerden. Menthol kann bei Einnahme überdies Sodbrennen durch Reflux verstärken. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht bekannt.

Pfefferminzöl nie unverdünnt anwenden

Pfefferminzöl darf unverdünnt weder innerlich noch äußerlich angewendet werden. Dafür ist es zu hoch konzentriert. In gebrauchsfertigen Medikamenten finden sich immer Lösungen, die nur einen Teil Mentholöl enthalten.

Keine Anwendung ohne Rücksprache bei Allergie, Gallenproblemen und Asthma

Ein Anwendungsverbot für Pfefferminze gilt bei einer entsprechenden allergischen Neigung. Bei Gallenproblemen oder Asthma sollten Sie vor der Verwendung von Pfefferminzöl Ihren Arzt fragen. Inhalationen verbieten sich bei Asthma, da sie Asthmaanfälle auslösen können.

Pfefferminze sammeln

Wildwachsende Pfefferminze ist für die Verwendung als Hausmittel nicht zu empfehlen. Sie schmeckt und riecht weniger intensiv als Pfefferminze aus Kulturen. Der Gehalt am wertvollen ätherischen Menthol ist auch eher gering. Eine gute Alternative für den frischen Minztee ist frische Minze vom Wochenmarkt oder aus dem Reformhaus.

Pfefferminztee

Für Pfefferminztee gelten die bislang beschriebenen Anwendungseinschränkungen nicht – mit Ausnahme der Pfefferminz-Allergie. Daher ist ein Pfefferminztee eine gute Alternative zu aufbereiteten Menthol-Medikamenten. Schon eine Tasse wirkt häufig bei leichten Magen-Darm-Beschwerden. Idealerweise trinken Sie den Tee lauwarm und langsam in kleinen Schlucken.

Einen gehäuften TL Pfefferminzblätter mit ca. 250 ml heißem (nicht kochendem) Wasser übergießen. Etwa 10 Minuten ziehen lassen und abgießen. Den Tee lauwarm in kleinen Schlucken trinken.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017