Melisse (Melissa officinalis)

Melisse wirkt vor allem beruhigend und entspannend auf das vegetative Nervensystem, zum Beispiel bei Magen-Darm-Beschwerden und Einschlafschwierigkeiten sowie bei Unruhezuständen.

Melisse (Melissa officinalis)

Viele Menschen denken bei Melisse ziemlich bald an Melissengeist – vor allem an den auch heute noch beliebten Klosterfrau Melissengeist. Dabei handelt es sich um ein Produkt, das bei vielen Medizinern keinen guten Ruf hat. Der Grund: Melissengeist enthält bis zu 79 Prozent Alkohol. Die schädliche Wirkung des Alkohols – so die Einschätzung vieler Fachleute – übertrifft die positiven Effekte des Melissengeistes. Suchttherapeuten und Hausärzte wissen: Gerade ältere Menschen geraten zuweilen durch den vermeintlich gesunden Melissengeist in eine Alkoholabhängigkeit.

Heilpflanze Melisse (Melissa officinalis) in Kürze

  • wirkt vor allem beruhigend und entspannend auf das vegetative Nervensystem, zum Beispiel bei Magen-Darm-Beschwerden und Einschlafschwierigkeiten sowie bei Unruhezuständen
  • Melissengeist enthält häufig viel Alkohol; bei Dauergebrauch Gefahr des Alkohol-Missbrauchs oder sogar der Alkoholabhängigkeit
  • neben Melissengeist Verwendung vor allem als ätherisches Öl, Tee oder Badezubereitung

Anwendungsgebiete

Magen-Darm-Beschwerden, Einschlafschwierigkeiten, nervöse Unruhe, leichte nervöse Herzbeschwerden, Erkältungskrankheiten, Herpes.

Wirkungen der Melisse

Jenseits des Melissengeistes hat Melisse einen guten Ruf als Heilpflanze. Melisse, genauer gesagt Zitronenmelisse oder Melissa officinalis, entspannt, beruhigt und wirkt sogar leicht antibakteriell und antiviral. Die antivirale und antibakterielle Wirkung von Melisse geht vor allem auf die in der Pflanze enthaltene Rosmarinsäure zurück. Diesen Effekt machen sich Herpes-Medikamente mit Melisse zunutze. Im ätherischen Öl der Melisse sind Citral, Citronellal und Caryophyllen wesentliche Bestandteile.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Melisse mit anderen Medikamenten sind nicht zu erwarten. Melissengeist birgt wegen des hohen Alkoholgehalts ein hohes Risiko für die Verschleierung oder Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit. Auch die gleichzeitige Verwendung von Melissengeist mit anderen Medikamenten ist nicht zu empfehlen, da Alkohol die Wirkung zahlreicher Medikamente mitunter dramatisch verändert.

Anwendung von Melisse

Melisse ist eine sehr teure Heilpflanze. Für 1 Kilogramm Öl müssen etwa 7000 Kilogramm Pflanze aufbereitet werden. Das schlägt sich mit Preisen um 6.000 Euro für ein Kilogramm echtes Melissenöl nieder. Viele Hersteller weichen daher auf billige Ersatzstoffe aus. Achten Sie beim Kauf von Melissenöl daher immer sorgfältig auf die Herkunft und die Inhaltsstoffe. Die häufigsten Darreichungsformen von Melisse sind das ätherische Öl sowie Tees. Letztere enthalten getrocknete Melisse, zuweilen aber auch Trockenextrakte. Auch Melissenpulver wird zu Medikamenten für die innerliche oder äußerliche Verwendung verarbeitet.

Melisse in Deutschland nicht heimisch

Die Melisse stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum. Wer hierzulande Melisse ernten möchte, muss die Pflanze also selbst kultivieren. Obschon nicht heimisch, hat die Melisse eine Vielzahl von volkstümlichen Bezeichnungen: Bienenkraut, Frauenwohl, Herztrost, Zitronenkraut oder Zitronenmelisse. In der Schweiz wird die Heilpflanze Melisse für gewöhnlich als Goldmelisse bezeichnet. Rezept für Melissentee und Melissenbad Melissentee sollte stark sein, damit er seine Wirkung entfalten kann.

Geben Sie 3 TL getrocknete geschnittene Melissenblätter auf 200 ml siedendes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen und dann abgießen. 3 Tassen täglich sollten ihren Zweck erfüllen. Ein Melissenbad kann sehr entspannend sein und ist schnell vorbereitet.Auf einen Liter Wasser etwa 50 Gramm getrocknete geschnittene Melissenblätter geben, 10 Minuten ziehen lassen und dann in die mit Wasser gefüllte Badewanne gießen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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