Mariendistel (Silybum marianum)

Die Wirkstoffe der Heilpflanze Mariendistel gelten als leberschützend und fördern auch die Erholung der Leber.

Mariendistel (Silybum marianum)

Die Mariendistel ist eine der weniger Heilpflanzen, denen glaubhaft ein schützender Effekt auf die Leber zugesprochen wird. Medikamente auf der Basis von Mariendistel werden in der klassischen Medizin gegen Vergiftungen durch Knollenblätterpilze und bei Hirnödemen eingesetzt.

Jüngste Forschungsergebnisse deuten darauf, dass Silibinin, einer der Wirkstoffe aus der Mariendistel, das Wachstum und die Streuung von Krebszellen hemmen könnte. Diesen Effekt haben amerikanische Forscher jedenfalls in einem Experiment an Mäusen mit Lungenkrebs zeigen können. Dieses Ergebnis muss aber – wie bei vielen anderen Effekten von Heilpflanzenauszügen oder anderen Substanzen – nicht zwangsläufig auch auf den Menschen zutreffen.

Wirkstoff und Wirkweise

Der Wirkstoff der Heilpflanze Mariendistel steckt in den Blüten. Dabei handelt sich um einen Wirkstoffkomplex, der als Silymarin bezeichnet wird. Bestandteile dieses Komplexes sind Silibinin A und B sowie Silychristin und Silydianin.

Neben dem Silymarin enthält die Mariendistel eine Reihe von Bitterstoffen und Gerbstoffen. Vor allem Bitterstoffe gelten als verdauungsfördernd und appetitanregend, weil sie die Produktion von Magensäure und Gallenflüssigkeit stimulieren.

Positive Wirkungen auf Leberzellen

Laboruntersuchungen haben ergeben, dass die Wirkstoffe der Mariendistel in den Zellstoffwechsel eingreifen. So ist Silymarin in der Lage, die äußere Hülle der Leberzellen zu stabilisieren. Damit können Giftstoffe und aggressive Stoffwechselprodukte weniger leicht in die Leberzellen eindringen. Dadurch verlangsamt Mariendistel den Fortschritt von Leberschäden. Gleichzeitig stimulieren die Wirkstoffe offenbar bestimmte Enzyme, die die Erneuerung von Leberzellen begünstigen.

Weitere Wirkungen

Klinisch erprobt ist die Anwendung von Extrakten aus der Mariendistel gegen Vergiftungen mit Knollenblätterpilzen. Entsprechende Medikamente enthalten Silibinin.

Einzelne Quellen berichten von der erfolgreichen Anwendung der Mariendistel gegen Kopfschmerzformen wie Migräne und Trigeminusneuralgie. Auch beim Reizmagen-Syndrom könnte Mariendistel eine entkrampfende und beruhigende Wirkung haben.

Lebererkrankungen nicht auf eigene Faust behandeln

Lebererkrankungen sind für eine Selbstbehandlung nicht geeignet, sondern sollten bei entsprechenden Anzeichen schnellstmöglich ärztlich untersucht werden. Leberschmerzen, anhaltende Verdauungsbeschwerden sowie Gelbfärbungen der Haut oder Augen sind Alarmzeichen, die eine Untersuchung dringend angeraten erscheinen lassen. Auch bei erhöhtem Alkoholkonsum, ungeschütztem Verkehr mit häufig wechselnden Partnern oder häufigen Auslandsaufenthalten ist eine regelmäßige Kontrolle der Leberfunktion zu empfehlen.

Mariendistel anwenden

Mariendistel-Tee können Sie ohne Bedenken anwenden, wenn Sie nicht auf Korbblüten allergisch reagieren. Nebenwirkungen sind schlimmstenfalls in Form von leichten Bauchschmerzen zu erwarten.

Häufiger sind Bauchschmerzen und Blähungen nach der Einnahme von konzentrierten Mariendistel-Präparaten. Am besten sprechen Sie vor Beginn einer Mariendistel-Behandlung mit Ihrem Arzt. Er kann beurteilen, ob eine solche Behandlung aussichtsreich ist und welche Medikamente in Frage kommen.

Leberwirkung nur bei Mariendistel-Präparaten

Die Heilpflanze Mariendistel entfaltet ihre leberschützenden Eigenschaften nur bei Einnahme von entsprechend aufbereiteten Extrakten. In Tees beispielsweise ist der Wirkstoff der Pflanze zu gering dosiert, weil er sich in Wasser kaum löst. Tees mit Mariendistel helfen aber bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und können ferner den Appetit anregen.

Rezept für Mariendistel-Tee

Geben Sie 250 ml heißes Wasser auf 1 TL Mariendistelfrüchte, 20 Minuten ziehen lassen und abseihen. Den Tee zur Verdauungsförderung und Appetitanregung in kleinen Schlucken trinken, morgens auf nüchternen Magen, ansonsten etwa 30 Minuten vor den Mahlzeiten.

Um den Geschmack zu verbessern und die Wirksamkeit zu steigern, können Sie Mariendistel auch zu gleichen Teilen mit Pfefferminze oder Fenchel mischen.

Heilpflanze Mariendistel (Sylibum marianum) in Kürze

  • schützt die Leber, fördert die Erholung geschädigten Lebergewebes, regt den Appetit an und fördert die Verdauung
  • leberschützende Effekte nur durch medizinische Zubereitungen, Tees helfen bei Verdauungsbeschwerden
  • nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt bei Leberbeschwerden einsetzen
  • nicht anwenden bei Allergie auf Korbblüten-Gewächse
  • Anwendungsgebiete: Vorbeugung und unterstützende Behandlung von Lebererkrankungen, Lebervergiftungen durch Knollenblätterpilz, Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen, Appetitlosigkeit.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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