Kurkuma (Curcuma longa)

Kurkuma ist einer der Hauptbestandteile von Curry. Der in Kurkuma enthaltene Wirkstoff Curcumin unterstützt die Verdauungsfunktion, fördert die Fettverdauung und soll sogar krebshemmende Eigenschaften aufweisen.

Kurkuma (Curcuma longa)

Wahrscheinlich kennen und essen viele Menschen Kurkuma, ohne sich dessen bewusst zu sein. Denn die Gelbwurzel, so der deutsche Name der asiatischen Heilpflanze, ist ein Bestandteil von Curry. Und Currywurst eine der beliebtesten Mahlzeiten der Deutschen. In der indischen Küche wird Kurkuma Currys schon seit Jahrhunderten zugesetzt, weil man dort früh über die verdauungsfördernde Wirkung wusste.

Eine andere Wirkung von Kurkuma ist seit einigen Jahren Gegenstand von zahlreichen Forschungsprojekten. Es gibt inzwischen eine Reihe von Studien, die nahelegen, dass Inhaltsstoffe der Heilpflanze Kurkuma das Wachstum von Krebszellen stören könnten. In jedem Fall verfrüht sind aber sensationelle Meldungen aus der pflanzlichen Krebstherapie, Kurkuma heile Krebs oder beuge ihm wirkungsvoll vor. Dafür fehlen die Belege. Außerdem wird diskutiert, ob und wie Kurkuma zur Vorbeugung oder Behandlung von alterungsbedingten Demenz-Erkrankungen eingesetzt werden kann. Ferner gibt es Studien, die auf einen schützenden Effekt von Kurkuma gegen Hepatitis-C-Infektionen deuten.

Heilpflanze Kurkuma (Curcuma) in Kürze

  • unterstützt die Verdauungsfunktion, fördert die Fettverdauung
  • experimentell nachgewiesen: Hemmung von Krebszellen, Reduzierung von Eiweißablagerungen im Gehirn, leberschützend
  • Wirkung als pflanzliches Mittel gegen Krebs nicht belegt
  • bei Gallenleiden (Verschluss, Steine, Entzündungen) nicht verwenden, bei Schwangerschaft und Stillzeit Arzt befragen
  • Anwendungsgebiete: Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl nach fettreichen Mahlzeiten, möglicherweise unterstützende Therapie bei bestimmten Krebserkrankungen und zur Verlangsamung von Alzheimer-Demenz.

Wirkung von Kurkuma

Die positiven Effekte von Kurkuma beruhen nach dem aktuellen Stand der Forschung auf dem Inhaltsstoff Curcumin. Dabei handelt es sich um einen gelben Farbstoff, der im Wurzelstock der Pflanze vorkommt und mit der Bezeichnung E 100 auf Lebensmitteln deklariert ist. Außerdem enthält die Wurzel ätherisches Öl.

Die verdauungsfördernde Wirkung geht darauf zurück, dass Curcumin die Gallensäureproduktion anregt. Gallensäure ist an der Fettverdauung beteiligt, indem sie die Fette im Darm bindet und die Aufnahme in den Organismus ermöglicht. Über diese Wirkweise lindert Kurkuma Blähungen und Völlegefühl nach fettreichen Mahlzeiten.

Die krebshemmenden Eigenschaften von Kurkuma könnten in Zusammenhang mit der antioxidativen Wirkung von Curcumin stehen. Allem Anschein nach ist Curcumin in der Lage, aggressive Sauerstoffverbindungen, sogenannte freie Radikale, zu binden. Freien Radikalen wird eine Rolle bei der Krebsentstehung nachgesagt.

Curcumin bei Krebs

Professor Jan Frank von der Universität Hohenheim untersucht diese Wirkungen des Curcumins. Er bestätigt Laborversuche, die krebshemmende Eigenschaften von Curcumin nachweisen. In Experimenten habe sich auch zeigen lassen, dass Curcumin die Ablagerung von Eiweißen im Gehirn hemmen könne. Diese Eiweißablagerungen gelten als mögliche Ursache der Alzheimerkrankheit.

Frank und mehrere Kollegen forschen vor allem daran, wie sich die Aufnahme von Curcumin in den Körpern verbessern lässt. Denn das natürliche Curcumin aus der Nahrung wird nur zu einem geringen Teil vom Körper aufgenommen – und dann auch noch schnell wieder ausgeschieden.

Nebenwirkungen von Kurkuma

Kurkuma – ob als Gewürz oder Heilpflanze – hat keine nennenswerten Nebenwirkungen. Allenfalls können sehr hohe Dosierungen Blähungen und Magenbeschwerden verursachen. Das gilt umso mehr, wenn es als Curry-Gewürz aufgenommen wird. Currys können sehr scharf sein – und einen empfindlichen Magen daher leicht reizen.

Anwendungsverbote

Bei Gallenleiden (zum Beispiel Gallenverschluss, Gallenentzündung und Gallensteinen) dürfen Sie Kurkuma nicht als Medikament anwenden und sollten vorsichtshalber auch auf curryhaltige Speisen verzichten.

Kinder unter 12 Jahren sollten mit den meisten Kurkuma-Medikamenten nicht behandelt werden. Achten Sie bitte auf die Packungsbeilage. Schwangere und Stillende besprechen sich am besten mit Ihrem Arzt, ob Kurkuma unbedenklich anwendbar ist.

Zubereitung von Kurkuma-Tee

  • Gießen Sie 0,5 bis 1 g grob zerkleinerten Kurkumawurzelstock mit 200 ml heißem Wasser auf.
  • Tee 5 bis 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.
  • Bis zu dreimal täglich vor oder zu den Mahlzeiten eine Tasse trinken.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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