Koriander (Coriandrum sativum)

Koriander ist als Gewürzkraut bekannt, ist aber auch eine bewährte Heilpflanze bei Magen-Darm-Beschwerden und Appetitlosigkeit.

Koriander (Coriandrum sativum)

Beim Koriander als Gewürz oder Salat scheiden sich die Geister. Erhat glühende Verehrer, alle anderen lehnen ihn rundweg ab. Das liegt oft am Geruch der Korianderblätter, der an Wanzen (Koris ist die griechische Bezeichnung für Wanze) und Seife erinnert.Darauf reagieren manche Menschen sogar mit Erbrechen. Als Heilpflanze Coriandrum sativum spaltet Koriander nicht: Ihn schätzen viele Menschen als Mittel bei Magen-Darm-Beschwerden und Appetitlosigkeit.

Das ätherische Öl des Korianders wirkt etwas schwächer als Kümmel, Fenchel und Anis. Dennoch hat es sich seit Jahrhunderten bewährt. Seine Wirkungen entfaltet Koriander nicht nur in medizinischen Aufbereitungen, sondern – wenn auch schwächer – auch als Gewürz. Vor allem in den Teemischungen sind neben Koriander häufig die verwandten Heilpflanzen Kümmel, Anis und Fenchel enthalten.

Neben der Verwendung als Heilpflanze und Gewürz wird Koriander auch in der Kosmetik eingesetzt, vor allen wegen seines Duftes. Koriandersamen gelten in einigen Kulturen des Mittelmeerraumes und Indiens als gutes Mittel gegen Mundgeruch.

Heilpflanze Koriander in Kürze

  • fördert die Verdauung, regt den Appetit an, löst Krämpfe im Magen-Darm-Bereich, wahrscheinlich auch antibiotisch und pilztötend (antifungizid)
  • Korianderölnicht bei Asthma und bei Kindern unter 3 Jahren anwenden
  • bei entsprechender Neigung allergische Hautreaktionen
  • Anwendungsgebiete:Magen-Darm-Beschwerden wie krampfbedingte Magenschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Mundgeruch (Koriandersamen), zur Unterstützung der Behandlung von Reizdarm und Reizmagen

Wirkstoffe im Koriander

Die medizinisch wertvollen Inhaltsstoffe stecken in den Koriandersamen. Sie enthalten reichlich ätherisches Öl. Dieses Korianderöl wiederum besteht zu etwa Zweidritteln aus dem sogenannten Linalool. Weitere Wirkstoffe im Korianderöl sind Kampfer sowie verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide) wie Monoterpene und Sesquiterpene, außerdem Cumarine.
Der genaue Wirkmechanismus für Koriander ist nicht entschlüsselt. Vermutlich wirken die Inhaltsstoffe gemeinsam. Von Sesquiterpenen beispielsweise weiß man, dass sie die Verdauung und damit auch den Appetit anregen.

Linalool hat sich in Laborversuchen als stark bakterienbekämpfend erwiesen. Ob sich dieser antibiotische Effekt auch für den Menschen nutzen lässt, muss durch Studien noch belegt werden.
Wie Koriander Magen und Darm beruhigt, ist nicht bekannt. Die Wirkung gegen Blähungen und Völlegefühl aber gelten als belegt. Patienten berichten außerdem von positiven Effekten auf Reizmagen und Reizdarm.

Koriander anwenden: Vorsicht bei Asthma und kleinen Kindern

Üblicherweise wird Korianderöl nicht für Inhalationen genutzt. Vorsichtshalber aber die folgenden Hinweise für die Anwendung von ätherischen Ölen.
Bis auf Ausnahmen (beispielsweise Schläfenmassage gegen Kopfschmerzen mit Pfefferminzöl) sollten ätherische Öle nicht unverdünnt eingesetzt werden.
Ätherische Öle sind in vielen Heilpflanzen enthalten – und damit für bestimmte Personengruppen nur eingeschränkt nutzbar. Denn ätherische Öle wie Korianderöl können bei Asthma Anfälle verursachen. Fragen Sie daher Ihren Arzt, ob Sie ätherische Öle inhalieren dürfen.

Babys und Kleinkinder

Babys und Kleinkinder bis zum 3. Lebensjahr sollten grundsätzlich keine ätherischen Öle inhalieren. Auch Einreibungen sollten so erfolgen, dass die Dämpfe nicht in Nase und Mund der Kinder geraten. Der Grund: Die ätherischen Öle können Atemnot verursachen.

Korianderöl nicht auf empfindliche Haut

Wegen seines Duftes ist Korianderöl in zahlreichen kosmetischen Produkten enthalten. Bei einer Allergie gegen Doldenblüten, Sellerie oder empfindlicher Haut sind allergische Reaktionen nicht selten. Besonders unter Lichteinwirkung können Hautzellen geschädigt werden.
Andere Nebenwirkungen von Korianderöl und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht bekannt.

Rezept für Koriander-Tee

Einen Koriander-Tee können Sie leicht mit frischen oder getrockneten Koriandersamen zubereiten. 2 TL zerstoßene Samen mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abgießen und den Tee in kleinen Schlucken langsam trinken. Bei Magen-Darm-Beschwerden stellt sich die Wirkung häufig schon nach einer Tasse Koriander-Tee ein.
Auch Korianderblätter können zu Tee verarbeitet werden. Einfach 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Korianderblätter mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Davon täglich 1 bis 3 Tassen in kleinen Schlucken trinken.

Ihren eigenen Magentee können Sie sich auch mischen – aus den Samen der magenfreundlichen Heilpflanzen: 2 Teile Kümmel mit je einem Teil Anis, Fenchel und Koriander. Von dieser Mischung wird 1 gehäufter Teelöffel für eine große Tasse Tee genommen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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