Königskerze, Königskerzenblüten (Verbascum densiflorum)

Königskerzenblüten lindern Hustenreiz vor allem bei Reizhusten.

Königskerze Blüte (Verbascum densiflorum)

Trockenen Husten empfinden die meisten Menschen als besonders unangenehm. Das hat unter anderem damit zu tun, dass sich beim trockenen Husten kein Sekret aus den Atemwegen löst. Im Gegensatz zum produktiven Husten mit Auswurf geht trockener Husten mit brennenden Schmerzen und einem Gefühl der Verkrampfung einher. Ein Tee mit Königskerze kann die Symptome des trockenen Hustens deutlich lindern.

Wirkstoffe und Wirkweise

Es gibt hunderte von Königskerzenarten. Medizinisch genutzt werden vor allem die großblumige, die kleinblütige und die gemeine Königskerze. Alle drei Arten enthalten in ähnlicher Konzentration Schleimstoffe und Seifenstoffe in Form von sogenannten Triterpensaponine. In diesem Fall handelt es sich um Vasbascosaponin. Die Wirkstoffe sitzen vor allem in den Blättern der Königskerzenblüte.

Schleimstoffe legen sich schützend auf die Schleimhäute der Atemwege. Das beruhigt beispielsweise die Bronchialschleimhaut und lindert so den Hustenreiz. Weiterhin werden die gereizte Rachenschleimhaut beruhigt und Halsschmerzen gelindert. Außerdem erschweren die Schleimstoffe es Krankheitserregern, die Schleimhäute weiter zu besiedeln. Auch das lindert die Symptome bei Reizhusten, trockenem Husten und Husten durch Erkältungskrankheiten.

Saponine regen die Magenschleimhaut an

Die Triterpensaponine sollen bei innerlicher Anwendung Nervenenden in der Magenschleimhaut erregen. Darüber wird – so die Vorstellung von dieser Wirkweise der Königskerze – über das Brechzentrum im Gehirn ein Reflex der glatten Muskulatur in den Bronchien ausgelöst. Dieser Reflex fördert das Abhusten von etwaigem festsitzenden Sekret. Zudem sollen Triterpensaponine helfen, zähflüssigen Schleim zu verflüssigen. Wegen des Gehaltes an magenstimulierenden Triterpensaponinen wird Königskerzenblüte mitunter auch bei krampfbedingten Magen-Darmbeschwerden eingesetzt.

Dem Inhaltsstoff Aucubin aus der Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe schreiben einzelne Quellen eine antibiotische und entzündungshemmende Wirkung zu. Diese ist allerdings nicht wissenschaftlich belegt. Zudem würden die keimhemmenden Eigenschaften bei der innerlichen Anwendung von Königskerzenblütentee verloren gehen, da Darmbakterien den Inhaltsstoff zersetzen würden.

In der Homöopathie wird Königskerze unter ihrem lateinischen Namen Verbascum vor allem bei Erkrankungen der oberen Atemwege sowie bei Erkrankungen des peripheren Nervensystems angewendet.

Königskerze anwenden

Da es im Handel keine Medikamente mit Königskerze beziehungsweise Königskerzenblüten gibt, ist die Wirkung kaum untersucht. Traditionell gilt Königskerze, zumal die Heilpflanze nur als Tee angewendet wird, als bedenkenlos nutzbar. Schwangere und Stillende sollten – wie bei allen anderen nicht entsprechend untersuchten pflanzlichen Heilmitteln auch – auf die Anwendung von Nachtkerze verzichten.

Bei sehr empfindlicher Haut kann der Kontakt mit den Königskerzenblüten eine allergische Reaktion mit Rötungen oder Juckreiz auslösen. Selten kommt es auch zu Überempfindlichkeitsreaktionen bei der innerlichen Anwendung als Teezubereitung.

Königskerzenblütentee

1 bis 2 TL getrocknete Königskerzenblüte mit 250 ml heißem Wasser übergießen. 10 Minuten ziehen lassen und abgießen. 3 bis 4 Tassen täglich lindern die Symptome bei Reizhusten und festsitzendem Bronchialsekret. Auch bei krampfbedingten Magen-Darmbeschwerden sollte diese Trinkmenge ausreichen, um Linderung zu erfahren.

Um die schleimlösenden Inhaltsstoffe der Königskerze besser zu nutzen, empfiehlt sich ein Kaltansatz. Dafür 1,5 bis 2 g getrocknete Königskerzenblüten mit etwa 200 ml kaltem Wasser ansetzen, 2 Stunden ziehen lassen und abseihen. Danach den kalten Sud kurz aufkochen, auf Trinktemperatur abkühlen lassen und in kleinen Schlucken trinken.

Um den leicht bitteren Geschmack zu verbessern, bietet es sich an, Königskerzenblüte mit anderen Heilpflanzen zu kombinieren, etwa Malve oder Fenchel. Diese unterstützen außerdem, wie auch Thymian oder Spitzwegerich, die schleimlösende und hustenreizstillende Wirkung.

Bei Kombinationen von mehreren Heilpflanzen greifen Sie nicht wahllos zu. Thymian beispielsweise ist nicht für jedermann geeignet. Erkundigen Sie sich über mögliche Anwendungsverbote, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen der einzelnen Heilpflanzen. Sie können sich nicht darauf verlassen, dass Teemischungen immer sinnvoll und allgemein gut verträglich zusammengestellt sind.

Heilpflanze Königskerze (Verbascum) in Kürze

  • lindert Hustenreiz, löst festsitzenden Schleim in den Atemwegen
  • keine wesentlichen Nebenwirkungen, Gegenanzeigen oder Anwendungseinschränkungen bekannt
  • wird meist als Königskerzenblütentee getrunken
  • vorsichtshalber nicht in Schwangerschaft und Stillzeit anwenden
  • wird häufig mit anderen schleimlösenden Heilpflanzen kombiniert
  • Anwendungsgebiete: unterstützende Behandlung bei Infektionen der oberen Atemwege, Bronchitis.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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