Kampfer (Cinnamomum camphora)

Kampfer ist gut für die Atemwege, regt den Kreislauf an und fördert die Hautdurchblutung.

Kampfer (Cinnamomum camphora)

Kampfer ist ein überaus vielseitiges pflanzliches Heilmittel, das aber mit Vorsicht zu anzuwenden ist. Seine Inhaltsstoffe wirken auf das unwillkürliche Nervensystem und lösen die unterschiedlichsten Effekte aus. So erleichtern Kampfer-Inhalationen das Abhusten von festsitzenden Sekreten bei Bronchitis. Abklatschungen oder Einreibungen mit Kampfer regen den Kreislauf an und wirken sich positiv auf Herzbeschwerden aus. Allerdings werden mittlerweile andere Heilpflanzen oder Medikamente bei Herzbeschwerden oder Husten bevorzugt verwendet. Auch rheumatische Beschwerden sprechen auf eine äußerliche Behandlung mit Kampher an. Vor allem die äußerliche Anwendung bei schmerzenden Muskeln und Gelenken breitet sich aus.

Genau genommen ist Kampfer (Cinnamomum camphora, manchmal auch Campher genannt) keine Heilpflanze, sondern der Inhaltsstoff einer Heilpflanze, nämlich des Kampferbaums. Kampfer wird aus dem Holz und vor allem der Rinde des Kampferbaumes gewonnen. Der Kampferbaum gehört zu den Lorbeergewächsen und ist vor allem in Südostasien beheimatet. Kampfer von guter Qualität stammt aus Pflanzen, die älter als 50 Jahre sind. Mittlerweile hat sich Kampfer als Bezeichnung der Heilpflanze aber durchgesetzt. Das Auffälligste bei der ersten Begegnung mit Kampfer ist der unangenehm stechende Geruch. Dieser Geruch geht auf flüchtige Bestandteile des ätherischen Kampferöls zurück. Bei der Verarbeitung des Kampferöls bleibt Kampfer als einzige Substanz zurück. Dieses wird als kristallines Pulver weiter verarbeitet - zumeist in Lösungen.

Heilpflanze Kampfer in Kürze

  • löst Bronchialsekrete, regt den Kreislauf an, entspannt die Bronchien, hemmt Entzündungen, fördert die Hautdurchblutung (nur äußerliche Anwendung)
  • sicher aufbewahren: Einnahme großer Mengen ist lebensgefährlich
  • für Asthmatiker und bei anderen chronischen Atemwegserkrankungen nicht geeignet
  • nicht geeignet für Schwangere, Stillende und Kinder
  • Anwendungsgebiete: Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, Muskelverspannungen, Herzbeschwerden, niedriger Blutdruck, Bronchitis, Entzündungen der oberen Atemwege

Wirkung von Kampfer

In der modernen Pflanzenheilkunde wird Kampfer vor allem bei Rheuma und anderen mit Muskel- oder Gelenkschmerzen einhergehenden Erkrankungen eingesetzt. Die Anwendung erfolgt dabei in Form von Einreibungen oder Abklatschungen.

Wirkweise bei Rheuma und Muskelschmerzen

Kampfer reizt die Haut und stimuliert Nervenenden, was schließlich zu einem Betäubungseffekt führt. Schmerzen und Juckreiz lassen sich so mildern. Gleichzeitig regt Kampfer mit der Hautreizung die oberflächennahe Durchblutung an. Das beschleunigt beispielsweise die Heilung von Entzündungen.  Zudem erhöht sich die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen im schmerzenden Gebiet.

Wegen der Hautreizung sollten Sie die äußerliche Anwendung auf das notwendige Maß reduzieren. Die meisten Kampferprodukte wie Kampferspiritus oder Salben sollten Sie nicht häufiger als 4 Mal pro Tag anwenden.

Wirkung bei Herzbeschwerden

Die äußerliche Anwendung von Kampfer spielt in der Behandlung von Herzbeschwerden kaum noch eine Rolle. Lange Zeit war man davon ausgegangen, dass Einreibungen mit Kampfer den Kreislauf über Reflexe so anregen, dass Herzbeschwerden sich lindern. Dies scheint mittlerweile aber überholt zu sein. Bei innerlicher Anwendung wird Kampfer jedoch eine herzstärkende und blutdrucksteigernde Wirkung zugeschrieben. Die genaue Wirkweise allerdings ist nicht bekannt.

Manche Patienten mit Brustengebeschwerden berichten über positive Effekte von Kampfersalben. Das wäre sogar denkbar. Bei der Angina pectoris, wie die Brustengebeschwerden medizinisch genannt werden, resultieren die Schmerzen aus verengten Herzkranzgefäßen. Werden diese durch Kampfer geweitet, lassen die beklemmenden Schmerzen nach. Wissenschaftlich gesicherte Studien dazu gibt es aber bislang nicht.

Wirkung bei niedrigem Blutdruck

Die innerliche Anwendung von Kampfer in Form von Tabletten oder Dragees soll auf nicht nachgewiesene Weise die Wände der Blutgefäße stabilisieren und den Kreislauf anregen. Das könnte eine Wirkung gegen niedrigen Blutdruck erklären. Die Stiftung Warentest beurteilt eine Kombination von Weißdorn und Kampfer gegen niedrigen Blutdruck als "wenig geeignet" - auch wenn sich im Internet Hinweise auf Studien finden, die genau diese Kombination als sinnvoll beschreiben.

Wirkung auf die Atemwege

Kampfer reizt bei Einreibungen (indirekt durch das Einatmen der flüchtigen Bestandteile) oder bei Inhalationen die Schleimhäute der oberen Atemwege. Dies soll einen Reflex auslösen, der die Atemwege entspannt und das Abhusten von Schleim vor allem aus den Bronchien fördert.

Einen ähnlichen Effekt machen die Hersteller entsprechender Produkte bei Schnupfen geltend. Dabei soll ein Kältereiz die kleinen Blutgefäße in der Nasenschleimhaut verengen und so abschwellend wirken. Eindeutig nachgewiesen ist dieser Effekt aber nicht.

Des Weiteren macht man sich bei Atemwegserkrankungen die keimhemmende Wirkung des Kampfers zunutze. Die flüchtigen Verbindungen im Kampferöl wirken desinfizierend. Krankmachende Erkältungserreger können so schneller eliminiert werden, und neuen Keimen wird das Eindringen erschwert. Zudem regt Kampfer das Atemzentrum im Gehirnstamm an. Folglich kann so die Atmung bei Erkältungskrankheiten verbessert werden.

Anwendung und Anwendungsverbote

Kampfer sollte wegen der Vergiftungsgefahr mit größter Sorgfalt angewendet werden. Die frei werdenden Dämpfe können Atemstillstände verursachen. Schon 0,2 g Kampfer lösen bei Erwachsenen mitunter schwere Reaktionen aus. Für Säuglinge ist die Aufnahme von nur 1 Gramm lebensbedrohend. Kampfer und andere ätherische Öle dürfen bei Säuglingen und Kleinkindern unter zwei Jahren nicht aufgetragen werden. Sicherheitshalber sollte Kampfer äußerlich erst ab sechs Jahren angewandt werden.

  • Für Kinder unter 14 Jahren gilt: Kampfer nicht ohne ärztlichen Rat einnehmen.
  • Ob äußerlich oder innerlich, Kampfer sollte ohne ärztlichen Rat nicht bei Kindern angewendet werden, die zu Krampfanfällen und/oder Fieberanfällen leiden.
  • Außerdem ist Kampfer für Menschen mit Asthma oder anderen chronischen Atemwegserkrankungen wegen des Gehalts an ätherischem Öl nicht geeignet. Ätherische Öle können die Schleimhäute so reizen, dass es zu Asthmaanfällen kommen kann.
  • Bei Lebererkrankungen und Erkrankungen der Gallenwege sollte vor der Anwendung von Kampfer in jedem Fall ein Arzt um Rat gefragt werden. Das ist wichtig, da Kampfer Leberzellen stark schädigen kann.
  • Grundsätzlich darf Kampfer nur auf unversehrte Haut aufgetragen werden, niemals auf offene Wunden oder Verbrennungen. Durch die fehlende Hautbarriere könnte zu viel Kampfer in den Körper gelangen und so Zellen und Gewebe schädigen.
  • Kampfer wird auf das Ungeborene im Mutterleib übertragen und in die Muttermilch aufgenommen. Deshalb sollten Schwangere und Stillende nicht mit Kampfer behandelt werden.

Vorsicht vor Überdosierung

Kampfer sollte wie alle Arzneimittel auf jeden Fall sicher und vor Kindern geschützt aufbewahrt werden. Kampfer ist in vielen Erkältungsmitteln enthalten, die auch bei Kindern angewendet werden. Kinder kommen leicht auf die Idee, sich einmal selbst zu behandeln.

Achten Sie außerdem auf die Dosierungsanleitungen von Kampfer-Produkten. Bei einer Überdosierung drohen ernsthafte gesundheitliche Gefahren. Die Einnahme großer Kampfermengen verursacht Krämpfe, epileptische Anfälle und schwere Nervenschäden, die bis zu Koma und Tod führen können.

Nebenwirkung und Wechselwirkung

Nebenwirkungen der Einnahme von Kampfer können Kopfschmerzen, Unruhe, Schwindel oder Hitzewallungen sein. Eine Überdosierung zeigt sind durch Übelkeit, Atemnot, Panikattacken und Gedächtnisstörungen. Bei diesen Beschwerden setzen Sie Kampfer bitte sofort ab und suchen Sie gegebenenfalls einen Arzt auf. Bei äußerlicher Anwendung sind Hautreizungen oder geschwürartige Veränderungen (Ekzeme) möglich.

Viele Kampfer-Produkte zur Einnahme enthalten Alkohol. Diese Produkte sind für Alkoholiker nicht geeignet, ebenso nicht für Schwangere, Stillende und Kinder. Achten Sie auch darauf, dass Alkohol die Wirkung von vielen Medikamenten verändert.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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