Kamille (Chamomilla)

Kamille beruhigt und leistet bei Magen-Darm-Problemen und Erkältungen erwiesenermaßen gute Dienste.

Kamillentee

Die meisten Menschen kennen Kamille seit ihrer Kindheit. Bei Magen- und Darmerkrankungen oder Erkältungen stellen Eltern gerne eine Tasse Kamillentee ans Bett und erwarten, dass Kinder den charakteristisch duftenden Tee in kleinen Schlucken trinken. Neben dem Geruch bleibt aber auch die Wirkung in Erinnerung. Kamillentee beruhigt den Magen schnell und ist eines der beliebtesten Hausmittel, wenn es im Magen drückt, im Darm rumort oder im Hals kratzt.

Ähnlich beruhigend wie auf Magen und Darm wirkt Kamille auch auf Haut und Schleimhäute. Ab Ekzeme, Hämorrhoiden oder allgemeiner Juckreiz: Kamille fördert den Heilungsprozess von angegriffenen Hautzellen. Die Stiftung Warentest bezeichnete Kamille 2014 als für die Wundpflege geeignet.

Dabei entfaltet sie darüber hinaus eine leicht bakterientötende und desodorierende Wirkung. Die desodorierende Wirkung schätzen Menschen mit unangenehmem Fußgeruch. Einreibungen mit Kamille in Pulverform können Schweißfüße lindern. Auch bei Mundgeruch kann Kamille gegen den üblen Atem helfen.

Die antibakterielle Wirkung macht man sich auch bei entzündlichen Erkrankungen der Atemwege zunutze. Hier wird Kamille vor allem als Inhalation eingesetzt.

Heilpflanze Kamille in Kürze

  • löst Krämpfe im Magen-Darm-Bereich; lindert Entzündungen im Magen-Darm-Bereich und an den Schleimhäuten (Mund, Speiseröhre, Atemwege, After); leicht beruhigend und entspannend; fördert Heilung bei Hautschäden und Hauterkrankungen
  • sehr selten allergische Hautreaktionen, daher nicht im Augenbereich anwenden
  • Verwendung der Kamillenblüten in Tablettenform, als ätherisches Öl, in Salben, Tropfen und Cremes sowie als Tee
  • Zugelassene Anwendungsgebiete: Krämpfe und entzündliche Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt, Haut- und Schleimhautentzündungen, Menstruationsbeschwerden.

Ätherisches Öl als wichtigster Wirkstoff

Wie genau die Kamille ihre Wirkung entfaltet, ist nicht ausreichend erforscht. Als wichtigster Bestandteil aber gilt das ätherische Öl, daseine Vielfalt an Substanzen enthält. Chamazulen und sogenanntes alpha-Bisabolol sind wesentliche Bestandteile des ätherischen Kamille-Öls. Im Zusammenspiel mit Cumarinen und weiteren sekundären Pflanzenstoffen, sogenannten Flavonoiden, ergibt sich die krampflösende, beruhigende und anti-entzündliche Wirkung der Heilpflanze Kamille.

Nebenwirkungen von Kamille

Es sind keine Nebenwirkungen von Kamille bekannt. Ärzte und Heilpraktiker berichten aber darüber, dass ein jahrelanger dauerhafter Gebrauch von Kamillentee durchaus auch mit Nebenwirkungen wie leichtem Schwindel oder nervöser Unruhe und Bindehautentzündungen einhergehen kann.
Für eine Augenspülung ist Kamille übrigens nicht geeignet. Nicht angewendet werden sollte sie ferner bei einer Überempfindlichkeit gegen Korbblütler.

Anwendung von Kamille

Kamille wird innerlich und äußerlich angewendet. Tabletten, Magenpulver oder Tropfen kommen vor allem bei Magen-Darm-Beschwerden und Erkältungen (auch als Tee oder Inhalation) zum Einsatz. Bei Hautbeschwerden wird Kamille vor allem in Salben und Cremes sowie als (Sitz)Bad oder bei Umschlägen eingesetzt.Bei Fertigpräparaten mit Extrakten aus der Kamille muss in den Packungsbeilagen der Gehalt an den Inhaltsstoffen Bisabolol und Apigenin angegeben sein.
Kamille wird als Monopräparat, aber auch als Bestandteil von Wirkstoffkombinationen vertrieben. In der Homöopathie wird Kamille als Chamomilla bezeichnet.

Kamille selbst sammeln

Kamille ist eine weitverbreitete Pflanze, die auch in unseren intensiv genutzten Kulturlandschaften häufig zu finden ist. Als Heilpflanze genutzt wird die Echte Kamille (Matricaria Chamomilla). Volkstümliche Bezeichnungen sind Feldkamille, Garmille, Hermel, Kummerblume, Mägdeblume oder Mueterchrut.

Wer Kamille als Heilpflanze nutzen möchte, tut gut daran, ein eigenes Kamille-Beet zu pflanzen. Hier haben Sie selbst Einfluss darauf, was alles an Ihre Pflanzen gelangt.
Für die Herstellung von Kamille-Präparaten werden vor allem die Blüten verwendet. Der beste Zeitpunkt für die Ernte kommt ca. 4 bis 5 Tage nach dem Öffnen der Blüten. Die Blütezeit ist Mai und Juni. Kamille sollte zügig, aber nicht zu heiß - bei Temperaturen unter 45 Grad - getrocknet werden.

Giftige Doppelgänger

Für den ungeübten Heilpflanzen-Sammler besteht eine gewisse Verwechslungsgefahr von Echter Kamille und Mutterkraut. Mutterkraut wird ein hohes allergieauslösendes Potenzial zugesprochen und ist daher für die Selbstanwendung nur bedingt zu empfehlen.

Kamillentee zubereiten

Etwa 2 TL getrocknete Kamille-Blüten mit 200 ml siedendem (nicht sprudelndem) Wasser übergießen. Etwa 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und in kleinen Schlucken trinken.
Bei chronischen Magenbeschwerden 3-mal täglich 1 Tasse Kamillentee trinken. Eine Teekur sollte nur etwa 2 Wochen Verbesserung bringen.

Rollkur mit Kamillentee

Bei nervösen Magenbeschwerden schwören einige Menschen auf eine Rollkur mit Kamillentee. Dabei trinkt man den Tee in kleinen Schlucken und bewegt sich dann – liegend – einmal in zehnminütigem Abstandum die eigene Körperachse. Also nach dem Trinken 10 Minuten auf den Rücken legen, dann jeweils 10 Minuten auf die linke Seite, den Bauch und die rechte Seite. Der geeignetste Zeitpunkt für eine Kamillen-Rollkur ist morgens auf nüchternem Magen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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