Isländisch Moos (Certraria islandica)

Lindert Halsschmerzen – erleichtert das Abhusten – beruhigt den Magen.

Isländisch Moos (Certraria islandica)

Heilpflanzen wie Isländisch Moos haben sich vor allem bei Halsschmerzen, Reizhusten und als Magenmittel bewährt. Ihre beruhigende und reizmindernde Wirkung beruht auf Schleimstoffen. Das sind langkettige Zuckerverbindungen, die sich wie ein Schutzfilm über gereizte Schleimhäute legen. Das lindert Halsschmerzen und Hustenreiz, außerdem beruhigt es den Magen.

Zudem verflüssigen die Schleimstoffe zähes Bronchialsekret und fördern so das Abhusten von festsitzendem Schleim. Im Magen binden die Schleimstoffe Säuren und schützen so die Magenschleimhaut vor übermäßigen Säureangriffen.

Im Experiment entfalten Flechtensäuren des Isländisch Moos auch bakterienhemmende Eigenschaften und einen aktivierenden Impuls auf das Immunsystem. Das könnte die Wirkung der Heilpflanze bei bakteriell bedingten Entzündungen erklären. Weitere Studien zu diesen Anwendungen stehen aber noch aus.

Isländisch Moos enthält neben den Schleimstoffen auch Bitterstoffe. Es handelt sich hier um Bitterstoffe aus den Flechtensäuren der Pflanze. Die Bitterstoffe erklären die verdauungsfördernde Wirkung. Unser Körper reagiert auf bittere Reize im Mund mit einem Reflex, der die Verdauung ankurbelt.

Isländisch Moos anwenden

Isländisch Moos, auch als Lungenflechte oder Fiebermoos bekannt, ist eine leicht und unkompliziert anwendbare Heilpflanze. Beim Trinken von Tee mit Isländisch Moos sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Medizinprodukte sind im Prinzip genauso gut verträglich. Allerdings enthalten einige Produkte mit Isländisch Moos Süßstoffe wie Sorbitol. Und Sorbitol kann bei entsprechend empfindlichen Magen Durchfälle auslösen.

Damit die Schleimstoffe einen schützenden Film bilden können, sollten Sie möglichst lange mit der entsprechenden Schleimhaut in Kontakt sein. Daher sind bei der Anwendung in den Atemwegen Lutschtabletten besser geeignet als flüssige Zubereitungen, die nur einmal an der Schleimhaut entlangstreifen.

Eine Alternative zu Lutschtabletten sind Gurgellösungen, für die sich auch ein Tee aus Isländisch Moos eignet.

Schleimstoffe im Magen-Darm-Bereich könnten die Aufnahme von Medikamenten beeinflussen. Deshalb sollten Sie erst nach mindestens einer Stunde nach der Einnahme von Isländisch Moos eingenommen werden.

Tee mit Isländisch Moos

Zur Appetitanregung und gegen Verdauungsbeschwerden lösen Sie die bitteren Flechtensäuren am besten mit einem Kaltauszug aus der Pflanze. Dafür 2 gehäufte TL getrocknetes und geschnittenes Moos mit 250 ml kaltem Wasser übergießen und 4 bis 5 Stunden ruhen lassen. Danach abseihen und gegebenenfalls leicht erhitzen Bei Appetitmangel und Verdauungsproblemen trinken Sie den Tee am besten 30 Minuten vor den Mahlzeiten.

Zur Reizlinderung in Mund und Rachenbereich übergießen Sie 2 gehäufte TL getrocknetes und geschnittenes Moos mit 250 ml warmen Wasser. Dann 30 Minuten ziehen lassen, abseihen und eventuell erneut leicht erwärmen.

Zur Verflüssigung von Bronchialschleim und zum verbesserten Abhusten 2 gehäufte TL getrocknetes und geschnittenes Moos mit 250 ml heißem Wasser übergießen und langsam erhitzen. Kurz vor dem Siedepunkt stoppen und sofort abgießen. Gegen Husten und Halsschmerzen reichen 2 bis 3 Tassen täglich.

Isländisch Moos erhalten Sie in der Apotheke oder dem Reformhaus. Achten Sie darauf, dass die Heilpflanze aus einer zuverlässigen Quelle stammt. Unter anderem im Internet wird einzelnen Meldungen zufolge radioaktiv verstrahltes Isländisch Moos aus der Umgebung des Kernkraftwerkes Tschernobyl verkauft.

Heilpflanze Isländisch Moos (Certraria islandica) in Kürze

  • lindert Halsschmerzen, erleichtert das Abhusten, beruhigt Magen und Darm, weckt den Appetit
  • Lutschtabletten bei Halsschmerzen besser als flüssige Zubereitungen
  • keine nennenswerten Nebenwirkungen bei bestimmungsgemäßem Verbrauch
  • keine Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen bekannt
  • auch für Kinder sowie in Schwangerschaft und Stillzeit geeignet
  • Anwendungsgebiet: Reizhusten, Husten, Bronchitis, Entzündungen des Mund- und Rachenraumes, Magen-Darmbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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