Hauhechel (Ononis spinosa)

Leicht harntreibend – wird meist in Nieren- und Blasentees kombiniert – keine Nebenwirkungen.

Hauhechel (Ononis spinosa)

Blasen- und Nierentees mit Hauhechel und anderen Heilpflanzen haben vor allem bei Frauen von Herbst bis Frühling Konjunktur. Denn Frauen erkranken wesentlich häufiger an Harnwegsinfektionen als Männer. Die Gründe: Die Harnwege sind deutlich kürzer und so können Krankheitserreger sich deutlich leichter einnisten. Zudem liegen Ausgang von Harnröhre und Darm in unmittelbarer Nachbarschaft. So können Darmbakterien leicht in die Harnröhre gelangen und Entzündungen der ableitenden Harnwege verursachen.

Das Ziel der Teekuren: Die Heilpflanzen-Tees sollen Harnwegsinfektionen vorbeugen oder eine solche Infektion schon bei den ersten Anzeichen bekämpfen und so die Erkrankung im Keim ersticken.

Nutzen einer Durchspülungstherapie

Unbestritten ist, dass eine Durchspülungstherapie die Behandlung von Harnwegsinfekten, Nierensteinen oder Nierengries sinnvoll begleiten kann. Eine vergrößerte Harnmenge trägt dazu bei, Krankheitserreger, Nierensteine oder Nierengries über die ableitenden Harnwege auszuschwemmen.

Sehr umstritten ist allerdings, ob und wie Heilpflanzen wie Hauhechel, Bärentraubenblätter, Brennnessel oder Goldrute und andere, eine Durchspülungstherapie besser machen. Viele Experten gehen davon aus, dass alleine die erhöhte Wasserzufuhr während solcher Trinkkuren für den positiven Effekt von Durchspülungstherapien verantwortlich ist. Sie verweisen ferner darauf, dass auch die vermeintlich sanften Heilpflanzen mitunter starke unerwünschte Wirkungen haben.

Inhaltsstoffe und Abbauprodukte von Bärentraubenblättern beispielsweise stehen im Verdacht, bei langfristiger Anwendung die Leber und das Erbgut zu schädigen.

Nichtsdestotrotz: Die für Pflanzenmedizin zuständige Kommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamts hat den Nutzen von Hauhechel bestätigt. Als Indikation nennen die Experten die unterstützende ableitende Behandlung bei Harnwegsinfektionen, Nierensteinen und Nierengries, auch zur Vorbeugung. Die Stiftung Warentest hingegen hält entsprechende Tees für wenig geeignet.

Inhaltsstoffe und Wirkweise von Hauhechel

Im Fall der Hauhechel ist es der Naturheilkunde bislang nicht gelungen, eine Erklärung für die Wirkweise der Heilpflanze zu finden. Lediglich in Tierversuchen ließ sich zeigen, dass Hauhechel eine harntreibende (diuretische) Wirkung hat. Wie diese zustande kommt, bleibt vorerst offen.

Die wirksamen Inhaltsstoffe der Hauhechel finden sich in den Wurzeln der Heilpflanze. Dabei handelt es sich um ätherisches Öl, Triterpene und Isoflavone. Letztere zählen zu den meist gelblichen Pflanzenfarbstoffen.

Isoflavone als pflanzliche Östrogene

Isoflavonen werden in der Naturheilkunde hormonähnliche Effekte zugeschrieben. Daher werden sie häufig als Phytoöstrogene bezeichnet. Sie sind Bestandteil zahlreicher Nahrungsergänzungsmittel, die beispielsweise vor alterungsbedingten Beschwerden, Wechseljahresbeschwerden oder hormonabhängigen Krebsarten wie Brustkrebs schützen wollen. Belegt ist der Nutzen bei diesen Anwendungen natürlich nicht.

Hauhechel anwenden

Hauhechel wird meist als geschnittenes Kraut in Tee verarbeitet. Bei den im Handel befindlichen Blasen- und Nierentees ist Hauhechel mit anderen Heilpflanzen kombiniert, beispielsweise Goldrute oder Birke.

Aus der Zusammenstellung der Heilpflanzen resultieren mögliche Anwendungseinschränkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen. Achten Sie bitte auf die jeweilige Packungsbeilage.

Bei anhaltenden Symptomen eines Harnwegsinfektes wie Brennen beim Wasserlassen oder Schmerzen in der Nierengegend gehen Sie bitte zum Arzt.

Durchspülungstherapien erfordern eine große Trinkmenge. Wenn Sie also mit Hauhechel oder anderen Heilpflanzen Krankheitserreger oder Nierensteine ausspülen wollen, sollten Sie neben dem Tee mindestens 2 Liter Flüssigkeit täglich trinken. Wasser ist dabei die beste Wahl.

Durchspülungstherapien sind für Menschen mit Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme) infolge von Herzschwäche oder Nierenfunktionsstörungen nicht geeignet. Die erhöhte Trinkmenge erhöht nämlich das Blutvolumen. Damit wären ein geschwächtes Herz oder kranke Nieren überfordert.

Hauhechel-Tee zubereiten

Geben Sie 250 ml kochendes Wasser auf 2 gehäufte TL geschnittenes Hauhechelkraut. Dann eine halbe Stunde ziehen lassen und abgießen. Zur Unterstützung einer Durchspülungstherapie werden 2 Tassen pro Tag als ausreichend beschrieben. Die Anwendungsdauer sollte 7 Tage nicht überschreiten, weil die Wirkung von Tag zu Tag abnimmt. Vor der nächsten Hauhechel-Trinkkur sollten Sie mindestens 1 Woche pausieren.

Heilpflanze Dornige Hauhechel (Ononis spinosa) in Kürze

  • leicht harntreibend, leicht antibiotisch
  • hemmt Wachstum von Bakterien, Viren und Pilzen, leicht entwässernd
  • bei Durchspülungstherapien immer viel trinken
  • Durchspülungstherapie bei Herzschwäche und Nierenproblemen nicht geeignet
  • behauptete Wirkung bei Rheuma und Gicht nicht belegt
  • Anwendungsgebiet: unterstützende Behandlung von Harnwegsinfektionen, Nierensteinen und Nierengries im Zuge einer Durchspülungstherapie.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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