Ginseng (Panax ginseng)

Die Heilpflanze Ginseng zählt zu den vielverkauften pflanzlichen Stärkungsmitteln, obwohl die Wirkung und Wirksamkeit von Ginseng unter Fachleuten umstritten ist.

Ginseng (Panax ginseng)

In der asiatischen Medizin gilt Ginseng als Heilpflanze der Wahl, um Körper und Geist zu stärken. Ob Stress, Müdigkeit, Gedächtnisstörungen, Leistungsabbau: Panax ginseng soll uns wieder frisch und leistungsfähig werden lassen. Dieses Wirkprofil passt perfekt in das aktuelle Bild des stets leistungsbereiten Menschen. Und entsprechend haben Hersteller von Ginsengpräparaten die Werbewelt aufgebaut - mit sehr gutem Erfolg. Ginseng zählt zu den meistverkauften Heilpflanzen.

Heilpflanze Ginseng (Panax ginseng) in Kürze

  • soll den Organismus insgesamt stärken (auch das Immunsystem), die Potenz steigern, Lernvermögen und Gedächtnis verbessern (alle Wirkungen am Menschen nicht überzeugend nachgewiesen)
  • bei Diabetes und hohem Blutdruck sowie Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden
  • verstärkt Wirkung von Kaffee und anderen koffeinhaltigen Getränken
  • Zubereitungen enthalten häufig Alkohol, entsprechende Suchtgefahr
  • Anwendungsgebiete: Müdigkeit, stressbedingt nachlassende körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit, Immunstärkung, Rekonvaleszenzunterstützung.

Wirksamkeit von Ginseng

Währenddessen streiten die Experten, ob es überhaupt einen positiven Effekt von Ginseng auf den Menschen gibt. Im Tierversuch konnte die anregende Wirkung von Ginseng nachgewiesen werden. Für den Menschen fehlen bislang die aussagekräftigen Studien. Die Hersteller bauen jedenfalls vor: Sie weisen in der Regel darauf hin, dass sich ein positiver Effekt beim Menschen unter Umständen erst nach mehreren Wochen einstelle.

Geschäft mit billigem Ginseng

Mit Ginseng lässt sich viel Geld verdienen. Das nutzen vor allem Internethändler, um Ginseng-Produkte zweifelhaften Ursprungs zu vertreiben. Wie bei Medikamenten aus unbekannter Quelle häufig, enthalten im Internet angebotene Medikamente kaum oder keinen Wirkstoff. Wenn Sie Ginseng also probieren möchten, wenden Sie sich am besten an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wirkstoffe

Für die Zubereitung von medizinischen Ginseng-Präparaten wird die Wurzel der Heilpflanze verwendet. Deutsche Hersteller verarbeiten zumeist weißen Ginseng, indem die Wurzeln getrocknet und dann zu Pulver gerieben werden. Roter Ginseng entsteht, wenn die Wurzelknollen mit Wasserdampf behandelt und danach getrocknet werden.

Ob weißer oder roter Ginseng: Die als medizinisch wirksam geltenden Wirkstoffe sind vor allem sogenannte Ginsenoide. Diese zählen zu den Triterpensaponinen, die in vielen Heilpflanzen enthalten sind. Neben den Vitaminen B1 und B2 enthalten Ginsengwurzeln eine kleine Menge ätherisches Öl.

Wirkweise

Die genaue Wirkweise der Inhaltsstoffe von Ginseng ist nicht bekannt. In Labortests konnte nachgewiesen werden, dass die Inhaltsstoffe keimhemmende Eigenschaften haben, das Immunsystem anregen und den Blutzuckerspiegel senken können.

Bislang ist es nach Ansicht vieler Experten aber nicht gelungen, diesen Nachweis auch beim lebenden Menschen zu führen. Die Stiftung Warentest bezeichnet Ginseng-Präparate im September 2104 als wenig geeignet, um alterungsbedingte Leistungseinbußen zu mindern.

Anwendung von Ginseng

Insgesamt gilt Ginseng als gut verträgliches pflanzliches Heilmittel. Dennoch sollten Sie einige Informationen beachten, ehe Sie Ginseng anwenden.

Ginseng-Produkte enthalten oft Alkohol

Viele flüssige Ginseng-Produkte wie Tinkturen und Tonika enthalten reichlich Alkohol. Ärzte kennen nicht selten Fälle von Alkoholmissbrauch oder Alkoholabhängigkeit, die mit dem Einsatz vermeintlich guttuender pflanzlicher Heilmittel einhergehen. Neben Ginseng ist Melissengeist ein Beispiel für diesen mitunter gesundheitsschädigenden Alkoholkonsum.

Alkoholhaltige Ginsengprodukte sollten Sie nicht zeitgleich mit anderen Medikamenten verwenden, weil Alkohol die Wirkung von Medikamenten unvorhersehbar abschwächen oder verstärken kann.

Anwendungsverbote

Bei Herzproblemen, hohem Blutdruck und Diabetes sollten Sie vor der Anwendung von Ginseng Ihren Arzt fragen. Ginseng kann beispielsweise den Blutzuckerspiegel senken.

Wechselwirkungen

Außerdem scheint Ginseng die Blutgerinnung zu beeinflussen. Allem Anschein nach schwächt er die Wirkung gerinnungshemmender Wirkstoffe wie Warfarin oder Phenoprocoumon.

Nebenwirkungen

Sehr seltene Nebenwirkungen sind Übelkeit, Magenbeschwerden und leichter Durchfall. Ginseng-Präparate sollten nicht gleichzeitig mit koffeinhaltigen Getränken eingenommen werden. Ginseng kann die Wirkung von Koffein erheblich verstärken und Symptome wie Herzrasen oder starke Unruhe auslösen.

Zubereitung von Ginseng-Tee

Ein Ginsengtee ist schnell zubereitet.

  • Übergießen Sie etwa 3 g fein geschnittene Ginsengwurzel mit 150 bis 200 ml siedendem Wasser.
  • 5 bis 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.
  • Trinken Sie 3 bis 4 Wochen lang jeweils 1 Tasse Tee.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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